Elspe 2018: "Winnetou II"

Hägar
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Re: Elspe 2018: "Winnetou II"

Beitragvon Hägar » 21 Aug 2018 21:07

Wir können ja mal sammeln.

Roter Mohn von Missouri - Martin Böttcher
Old Shatterhand-melodie- Martin Böttcher
Old Shatterhands und Murdocks Kampf - Martin Böttcher
Winnetou-melodie - Martin Böttcher
Hill-Billy-Tilly - Martin Böttcher
Grand Canyon Melodie - Martin Böttcher
Chinla Rüber Song - Martin Böttcher
Rose Creek Oppression - James Horner & Simon Franglen
Afteemath at Sand Creek - ﹰGeoff Zanelli
Disarmed - Geoff Zanelli
Well Balanced - Oliver Shanti & Friends
Bamba vivace (Titoli die testa) - Ennio Morricone
My fault (My Name is Nobody) - Ennio Morricone

Wer hat weitere Titel?

Shatterhand24
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Re: Elspe 2018: "Winnetou II"

Beitragvon Shatterhand24 » 26 Aug 2018 10:01

Hägar hat geschrieben:Wir können ja mal sammeln.

Roter Mohn von Missouri - Martin Böttcher
Old Shatterhand-melodie- Martin Böttcher
Old Shatterhands und Murdocks Kampf - Martin Böttcher
Winnetou-melodie - Martin Böttcher
Hill-Billy-Tilly - Martin Böttcher
Grand Canyon Melodie - Martin Böttcher
Chinla Rüber Song - Martin Böttcher
Rose Creek Oppression - James Horner & Simon Franglen
Afteemath at Sand Creek - ﹰGeoff Zanelli
Disarmed - Geoff Zanelli
Well Balanced - Oliver Shanti & Friends
Bamba vivace (Titoli die testa) - Ennio Morricone
My fault (My Name is Nobody) - Ennio Morricone

Wer hat weitere Titel?


Also diese Titel habe ich auch schon herausgefunden.

Tuntsall's Death - Young Guns Ost 5
Habe ich noch gefunden

Winnetoukarlmay2016
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Re: Elspe 2018: "Winnetou II"

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 09 Sep 2018 17:24

Das Stück "Winnetou II" sahen ungefähr 219.000 Besucher.

Winnetoukarlmay2016
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Re: Elspe 2018: "Winnetou II"

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 24 Sep 2018 23:17

Das Video aus der letzten Szene, die Rückblende, wie Ribanna ums Leben kommt, ist jetzt nochmal bei YouTube und auf der Facebook-Seite des Elspe Festival zu sehen.

Al-No
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Re: Elspe 2018: "Winnetou II"

Beitragvon Al-No » 15 Nov 2018 10:02

Kurz nach Saisonende blicke ich dann auch mal auf meinen Besuch zurück:

Das Textbuch kannte ich ja aus der Deutschen Nationalbibliothek und war bereits der Meinung, dass es Bludaus Schwächstes ist. Und das bei einer spannenden Vorlage. Bludau hat zwar laut Karl-May-Magazin von "Neu schreiben" in seinem Dänemark-Urlaub gesprochen, aber letztlich war das nicht viel.

Die langatmige Lagerfeuerszene beim Wiedersehen von Winnetou und Old Shatterhand war erwartunsgemäß und sinnvollerweise entfallen. Der Einsatz der Apachen war auch gestrichen; nicht, dass die überhaupt Nachbarn der Assiniboins wären. Der vom Erzähler zum bevölkerten Assiniboin-Dorf berichtete Zeitverstreich und Tod des Häuptlings Tah-schah-tunga war auch entfallen. Aber danach ging es damit weiter, dass Wolfgang Kirchhoff einen Zweikampf zur Einsetzung des neuen Häuptlings verkündete. Häh?, dachte ich. Er war doch vorher klar als Häuptling aufgetreten. Das sogar mit mehr Autorität als sein schwacher Intschu-tschuna in "Winnetou I", was mich soeben noch für Kirchhoff gefreut hatte.
Den Prolog-Teil fand ich auch irgendwie seltsam. Old Firehand hat offenbar mal wieder Frau und Kind für lange Zeit alleine in der Wildnis zurückgelassen. Dass die drei zusammen in einer Hütte und von der Jagd lebten, kann ich ja noch verstehen. Andererseits hätten sie ja auch in Ribannas Dorf leben können, das ja offenbar nicht weit entfernt war. Aber sei`s drum. Firehand hatte Ribanna mal wieder nicht genug Geld dagelassen. Andererseits: Was musste sie als Indianerin denn viel einkaufen, frage ich mich? Und ihr Stamm wohnte ja in der Nähe. Der Postkutscher schenkte Harry Pfeil und Bogen - wäre dafür nicht die Verwandtschaft mütterlicher Seits prädestiniert gewesen? Aber sei`s drum. Vom Gefühl her kam es mir vor wie: Dad ist auf unbestimmte Zeit als Fernfahrer weg, Mom lebt mit Kind in prekären Verhältnissen nahe dem Highway, ein netter Onkel-Typ steckt dem Jungen was zu und dann hält ein zudringlicher Rowdie.
Und auf den war ich gespannt. Ribanna war von Parranoh schnell eingeschüchtert. Wie eine erfahrene Lady, die gewohnt ist, alleine durch zu kommen, wirkte sie da nicht. Der Kampf drinnen hörte sich laut und scheppernd an, obligatorische Flammen züngelten, Winnetou bekam einen dramatischen Rettungsauftritt. Das Harry seine Mutter verloren hatte, kam aber irgendwie nicht herüber.
Von Vater und Witwer Old Firehand war dann im Rest der Geschichte wie gehabt nicht mehr die Rede.

Zum Hauptteil: Ich war überrascht, dass plötzlich eine Gänseschar auf die Bühne kam. Das war neu. Und unfreiwillig noch ein bißchen lustiger als geplant, da nicht alle der werten Tierchen diesmal so recht wollten wie die Herrin und Mutter Walter ziemlich zu tun hatte, auch die Letzte noch ins Haus zu treiben. Markus Lürick musste seinen Sohn (?) noch zum Helfen dazu schicken. Dass er als Lord Castlepool noch von einer bepackten Kapelle begleitet wurde, kannte ich ebenfalls nicht. Ja, die ersten Auftritte fand ich auch ein bißchen amüsant. Ich vermute aber, dass der Gag auch schon aus den 80er kommt. Es hätte Castlepool eigentlich auch zum Komponieren in die Wildnis verschlagen haben können. Sicher, dass hätte an Kantor Hampel in "Der Ölprinz" erinnert, aber es hätte gepasst.
Die Nummer mit der überfüllten Postkutsche hatte Bludau ja Anfang der 90er für "Halbblut" übernommen und hier wieder aufgeführt. Gleichsam steht es um die Planwagen-Nummer aus "Unter Geiern". Kurze Zeit vorher hatte ich mich mit zwei langjährigen Beuschern unterhalten: Sie waren etwas irrititiert, weil ihnen doch so einiges aus anderen Stücken bekannt vor gekommen war.
Der Eisenbahnüberfall spulte sich merkwürdig schleppend ab.
Einen Tiefpukt des Stücks machte aus meiner Sicht die als Familie verkleidete Parranoh-Gang aus und das noch mit einem Bartträger als Frau. Erstaunlich kaltblütig, meinte das Karl-May-Magazin, handelte Sam Hawkens, als er sie ja offensichtlich mit Sprengstoff umbringen wollte.
Nett fand ich, dass Hawkens seine beiden Spezies Parker & Stone weiter an der Seite hatte. Uwe Schröder, den ich als Kind und Jugendlicher als Banditen gesehen habe, trägt mittlerweile einen prächtigen Rauschebart.
Was mir im Laufe es ersten Akts wohlwollend auffiel: Die Szenen um das Assiniboin-Dorf hatten schon so eine erzählerische, romantische Stimmung. Um das mit "Im Tal des Todes" zu vergleichen: Das Stück mag ich grundsätzlich, aus einer Stofffülle effizient herausgeschält - aber auch etwas zu effizient, etwas zu geradlinig.

Im Finale dann wurde ich wirklich überrascht: Mir war zwar diese etwas klobige Gestaltung der Bergwand aufgefallen, aber das gab es früher auch schon mal. Mit einer Projektionsfläche für einen Film hatte ich nicht gerechnet. Und ich fand die Idee großartig. Das machte nebenbei die Geräusche und das Entflammen der Hütte begreiflich. Dies als Lösung für eine Rückblende in einen Innenraum fand ich gut. Sehr gut fand ich, dass damit weider ein Bezug zu Ribannas Ermordung gesetzt wurde, der im Laufe des Stücks allmäglich verloren gegangen war. Laut Karl-May-Magazin hatten die Elspe das 1985 schon in der Mache gehabt, aber es hatte damals noch nicht geklappt.

Aber leider lagen hier auch Licht und Schatten auch wieder sehr dicht beinander: Alle Protagonsiten, der gesamte Stamm, drehte sich um, als ob sie wirklich einen Film angucken würden. Derweil machte sich Parranoh auf und davon. Sinniger hätte ich es gefunden, wenn die Szene erstarrt wäre: Winnetou hält Parranoh gepackt, der Zuschauer sieht seine Erinnerung und die "kurze" Ablenkung nutzt Parranoh, Winnetou zu überrumpeln und stiften zu gehen. Ein kleiner Haken für Harry war, dass er hier nicht mehr als Enttarner Finneteys zum Zuge kommen konnte (Narbe aus dem Kampf mit Winnetou an der Hütte).
Bei Parranohs Ende war ich mir nicht sicher, ob das wieder ein Schauplatz-Morphing wie bei "Der Ölprinz" war: Stand das Indianerdorf nun unterhalb der Ölquellen? Oder sollten die Bohrtürme oben in den Bergen stehen und das entzündete Öl schoss nun mit einem Fluss abwärts, der Parranoh überollte? Das Bild mit den Bohrtürmen und Parranohs Überrolltwerden sah jedenfalls toll aus.

Bleiben noch die Darsteller: Keine große Umbesetzung, gutes Ensemble. Die Überraschung für mich war Sebastian Colb als Parranoh/Finnetey. Ich hatte mit Moritz Bürkner als neue dauerhafte Besetzung des kriegerischen Häuptlings in den Fußstapfen von Meinolf Pape gerechnet. Ich fand ihn nun als Walker gut und würde ihn gerne nochmal als weißen Bösewicht sehen. Er ist für mich die "kleine Entdeckung" in der Besetzung. Da ich nächstes Jahr mit einem sehr ähnlichnen Ensemble rechne, wäre der doppelgesichtige Sheriff Rollins vielleicht eine gute Gelegenheit: Dieser ist ja anscheinend nicht sofort als Schurke zu erkennen und Bürkner ist nicht das gewohnte Gesicht des Oberbösewichts wie früher Rolf Schauerte.
Die "große Entdeckung" ist Sebastian Colb. Nach einem guten Fox und einem (zumindest der Vorstellung) eher schwachen "Kleinen Bären" hatte ich ihn nicht als Winnetous Erzfeind auf der Rechnung. Bei Parranoh hatte ich auch noch nie ein so jugendliches Gesicht und auch kein blondes, kurzes Wuschelhaar vor Augen. Es gab zwei Gelegenheiten, bei denen ich merkte, dass Colb seine Stimme beim Ansetzen wieder "drücken" musste, um diesen Tonfall zu treffen. Aber das fiel am Ende nicht sehr ins Gewicht. Er war gut und ich würde ihn gerne nächstens Mal als passend junges "Halbblut" sehen.

Die letzte Überraschung war dann die angegebene Zuschauerzahl: ca.219.000. Das ist das höchste Ergebnis seit 1993. Damit dürfte Bludaus Befürchtung, "Winnetou II" würde zu schlecht laufen, beseitigt sein. Ein gutes Zeichen für die Zukunft.

Shatterhand24
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Re: Elspe 2018: "Winnetou II"

Beitragvon Shatterhand24 » 22 Nov 2018 19:21

Al-No hat geschrieben:Kurz nach Saisonende blicke ich dann auch mal auf meinen Besuch zurück:

Das Textbuch kannte ich ja aus der Deutschen Nationalbibliothek und war bereits der Meinung, dass es Bludaus Schwächstes ist. Und das bei einer spannenden Vorlage. Bludau hat zwar laut Karl-May-Magazin von "Neu schreiben" in seinem Dänemark-Urlaub gesprochen, aber letztlich war das nicht viel.

Die langatmige Lagerfeuerszene beim Wiedersehen von Winnetou und Old Shatterhand war erwartunsgemäß und sinnvollerweise entfallen. Der Einsatz der Apachen war auch gestrichen; nicht, dass die überhaupt Nachbarn der Assiniboins wären. Der vom Erzähler zum bevölkerten Assiniboin-Dorf berichtete Zeitverstreich und Tod des Häuptlings Tah-schah-tunga war auch entfallen. Aber danach ging es damit weiter, dass Wolfgang Kirchhoff einen Zweikampf zur Einsetzung des neuen Häuptlings verkündete. Häh?, dachte ich. Er war doch vorher klar als Häuptling aufgetreten. Das sogar mit mehr Autorität als sein schwacher Intschu-tschuna in "Winnetou I", was mich soeben noch für Kirchhoff gefreut hatte.
Den Prolog-Teil fand ich auch irgendwie seltsam. Old Firehand hat offenbar mal wieder Frau und Kind für lange Zeit alleine in der Wildnis zurückgelassen. Dass die drei zusammen in einer Hütte und von der Jagd lebten, kann ich ja noch verstehen. Andererseits hätten sie ja auch in Ribannas Dorf leben können, das ja offenbar nicht weit entfernt war. Aber sei`s drum. Firehand hatte Ribanna mal wieder nicht genug Geld dagelassen. Andererseits: Was musste sie als Indianerin denn viel einkaufen, frage ich mich? Und ihr Stamm wohnte ja in der Nähe. Der Postkutscher schenkte Harry Pfeil und Bogen - wäre dafür nicht die Verwandtschaft mütterlicher Seits prädestiniert gewesen? Aber sei`s drum. Vom Gefühl her kam es mir vor wie: Dad ist auf unbestimmte Zeit als Fernfahrer weg, Mom lebt mit Kind in prekären Verhältnissen nahe dem Highway, ein netter Onkel-Typ steckt dem Jungen was zu und dann hält ein zudringlicher Rowdie.
Und auf den war ich gespannt. Ribanna war von Parranoh schnell eingeschüchtert. Wie eine erfahrene Lady, die gewohnt ist, alleine durch zu kommen, wirkte sie da nicht. Der Kampf drinnen hörte sich laut und scheppernd an, obligatorische Flammen züngelten, Winnetou bekam einen dramatischen Rettungsauftritt. Das Harry seine Mutter verloren hatte, kam aber irgendwie nicht herüber.
Von Vater und Witwer Old Firehand war dann im Rest der Geschichte wie gehabt nicht mehr die Rede.

Zum Hauptteil: Ich war überrascht, dass plötzlich eine Gänseschar auf die Bühne kam. Das war neu. Und unfreiwillig noch ein bißchen lustiger als geplant, da nicht alle der werten Tierchen diesmal so recht wollten wie die Herrin und Mutter Walter ziemlich zu tun hatte, auch die Letzte noch ins Haus zu treiben. Markus Lürick musste seinen Sohn (?) noch zum Helfen dazu schicken. Dass er als Lord Castlepool noch von einer bepackten Kapelle begleitet wurde, kannte ich ebenfalls nicht. Ja, die ersten Auftritte fand ich auch ein bißchen amüsant. Ich vermute aber, dass der Gag auch schon aus den 80er kommt. Es hätte Castlepool eigentlich auch zum Komponieren in die Wildnis verschlagen haben können. Sicher, dass hätte an Kantor Hampel in "Der Ölprinz" erinnert, aber es hätte gepasst.
Die Nummer mit der überfüllten Postkutsche hatte Bludau ja Anfang der 90er für "Halbblut" übernommen und hier wieder aufgeführt. Gleichsam steht es um die Planwagen-Nummer aus "Unter Geiern". Kurze Zeit vorher hatte ich mich mit zwei langjährigen Beuschern unterhalten: Sie waren etwas irrititiert, weil ihnen doch so einiges aus anderen Stücken bekannt vor gekommen war.
Der Eisenbahnüberfall spulte sich merkwürdig schleppend ab.
Einen Tiefpukt des Stücks machte aus meiner Sicht die als Familie verkleidete Parranoh-Gang aus und das noch mit einem Bartträger als Frau. Erstaunlich kaltblütig, meinte das Karl-May-Magazin, handelte Sam Hawkens, als er sie ja offensichtlich mit Sprengstoff umbringen wollte.
Nett fand ich, dass Hawkens seine beiden Spezies Parker & Stone weiter an der Seite hatte. Uwe Schröder, den ich als Kind und Jugendlicher als Banditen gesehen habe, trägt mittlerweile einen prächtigen Rauschebart.
Was mir im Laufe es ersten Akts wohlwollend auffiel: Die Szenen um das Assiniboin-Dorf hatten schon so eine erzählerische, romantische Stimmung. Um das mit "Im Tal des Todes" zu vergleichen: Das Stück mag ich grundsätzlich, aus einer Stofffülle effizient herausgeschält - aber auch etwas zu effizient, etwas zu geradlinig.

Im Finale dann wurde ich wirklich überrascht: Mir war zwar diese etwas klobige Gestaltung der Bergwand aufgefallen, aber das gab es früher auch schon mal. Mit einer Projektionsfläche für einen Film hatte ich nicht gerechnet. Und ich fand die Idee großartig. Das machte nebenbei die Geräusche und das Entflammen der Hütte begreiflich. Dies als Lösung für eine Rückblende in einen Innenraum fand ich gut. Sehr gut fand ich, dass damit weider ein Bezug zu Ribannas Ermordung gesetzt wurde, der im Laufe des Stücks allmäglich verloren gegangen war. Laut Karl-May-Magazin hatten die Elspe das 1985 schon in der Mache gehabt, aber es hatte damals noch nicht geklappt.

Aber leider lagen hier auch Licht und Schatten auch wieder sehr dicht beinander: Alle Protagonsiten, der gesamte Stamm, drehte sich um, als ob sie wirklich einen Film angucken würden. Derweil machte sich Parranoh auf und davon. Sinniger hätte ich es gefunden, wenn die Szene erstarrt wäre: Winnetou hält Parranoh gepackt, der Zuschauer sieht seine Erinnerung und die "kurze" Ablenkung nutzt Parranoh, Winnetou zu überrumpeln und stiften zu gehen. Ein kleiner Haken für Harry war, dass er hier nicht mehr als Enttarner Finneteys zum Zuge kommen konnte (Narbe aus dem Kampf mit Winnetou an der Hütte).
Bei Parranohs Ende war ich mir nicht sicher, ob das wieder ein Schauplatz-Morphing wie bei "Der Ölprinz" war: Stand das Indianerdorf nun unterhalb der Ölquellen? Oder sollten die Bohrtürme oben in den Bergen stehen und das entzündete Öl schoss nun mit einem Fluss abwärts, der Parranoh überollte? Das Bild mit den Bohrtürmen und Parranohs Überrolltwerden sah jedenfalls toll aus.

Bleiben noch die Darsteller: Keine große Umbesetzung, gutes Ensemble. Die Überraschung für mich war Sebastian Colb als Parranoh/Finnetey. Ich hatte mit Moritz Bürkner als neue dauerhafte Besetzung des kriegerischen Häuptlings in den Fußstapfen von Meinolf Pape gerechnet. Ich fand ihn nun als Walker gut und würde ihn gerne nochmal als weißen Bösewicht sehen. Er ist für mich die "kleine Entdeckung" in der Besetzung. Da ich nächstes Jahr mit einem sehr ähnlichnen Ensemble rechne, wäre der doppelgesichtige Sheriff Rollins vielleicht eine gute Gelegenheit: Dieser ist ja anscheinend nicht sofort als Schurke zu erkennen und Bürkner ist nicht das gewohnte Gesicht des Oberbösewichts wie früher Rolf Schauerte.
Die "große Entdeckung" ist Sebastian Colb. Nach einem guten Fox und einem (zumindest der Vorstellung) eher schwachen "Kleinen Bären" hatte ich ihn nicht als Winnetous Erzfeind auf der Rechnung. Bei Parranoh hatte ich auch noch nie ein so jugendliches Gesicht und auch kein blondes, kurzes Wuschelhaar vor Augen. Es gab zwei Gelegenheiten, bei denen ich merkte, dass Colb seine Stimme beim Ansetzen wieder "drücken" musste, um diesen Tonfall zu treffen. Aber das fiel am Ende nicht sehr ins Gewicht. Er war gut und ich würde ihn gerne nächstens Mal als passend junges "Halbblut" sehen.

Die letzte Überraschung war dann die angegebene Zuschauerzahl: ca.219.000. Das ist das höchste Ergebnis seit 1993. Damit dürfte Bludaus Befürchtung, "Winnetou II" würde zu schlecht laufen, beseitigt sein. Ein gutes Zeichen für die Zukunft.


Was bedeutet Deutsche Nationalbibliothek? Kann man dort das ganze Textbuch einsehen?

Al-No
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Re: Elspe 2018: "Winnetou II"

Beitragvon Al-No » 24 Nov 2018 14:20

Ja, es gibt ein paar Exemplare von älteren Textbüchern von Jochen Bludau, Wulf Leisner und Ludwig Körner in Bibliotheksbeständen. Üblicherweise muss man die vor Ort lesen. Ich habe das vor etwa zehn Jahren mal in der Deutschen Nationalbibliothek (Standort Frankfurt am Main) getan.
Für Recherchen empfehle ich bei Bedarf die Suchmaschine des Karlsruher Virtuellen Katalogs (https://kvk.bibliothek.kit.edu/?digital ... 0&newTab=0).

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