Meistens rettet Old Shatterhand Winnetou

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Old Firehand63
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Meistens rettet Old Shatterhand Winnetou

#1 Beitrag von Old Firehand63 » 2. Mär 2019, 15:58

Hallo zusammen,

der Ich- Erzähler stellt Winnetou oft fast schon als Übermenschen dar, der alleine mehr leistet als eine ganze Schar von Westmännern. Aber ich glaube, das geschieht, damit er sich (Old Shatterhand selbst) als besonders überragend dar.

Es geschieht nämlich öfter, dass Old Shatterhand Winnetou aus kritischen Lagen (z.B. Gefangenschaft) befreit als umgekehrt.

Winnetou 1: Old Shatterhand schneidet ihn und seinen Vater von dem Baum los, an den sie von den Kiowas gebunden worden waren.

Winnetou 2: Die Poncas hatten die "Festung" Old Firehands gestürmt und alle gefangen genommen. Old Shatterhand und Sam Hawkens gelingt es durch ein Messer, das Hawkens im Ärmel versteckt hatte, freizukommen. Sie schleichen nach draußen und kommen gerade noch rechtzeitig dazu, als der gefesselte Winnetou und der ebenfalls gefesselte Harry (Sohn Old Firehands; in alten Fassungen "Ellen") an den Marterpfahl geschleift werden sollen. Sam und Old Shatterhand (er natürlich stilgerecht mit "Schläfenschlag") überwältigen die beiden Indianer, die damit beschäftigt sind. Im Folgenden heißt es dann: "Einige rasche Schnitte befreiten die Gebundenen von ihren Fesseln". Ich denke mal, dass es sich da Old Shatterhand nicht nehmen ließ und es auch als besondere Ehre ansah, die Fesseln seines Blutsbruders eigenhändig zu durchschneiden. Sam Hawkens konnte das ja immer noch mit Harry machen.

Winnetou 3: Old Shatterhand, Winnetou, Sans- ear, Bernard Marschall und sein dunkelhäutiger Diener Bob (später "Cäsar") werden von den Comanchen überrumpelt. Old Shatterhand und Bob/ Cäsar können gerade noch entkommen. Einige Tage später gelingt es Old Shatterhand, im Comanchenlager die Comanchen durch List und Vorführung von zauberhaften Schießkünsten (Henrystutzen- Zauberflinte...) zur Freilassung von Winnetou, Sans ear und Marshall zu bewegen. Wobei Old Shatterhand und der inzwischen von seinen Fesseln befreite Winnetou aber auch ihrerseits einige Häuptlinge überrumpeln und als Geiseln nehmen. Erstaunlicherweise ist Winnetou da trotzdem er drei oder Tage lang so gefesselt war, dass er sich kaum rühren konnte, sofort wieder zu einem Heldenstück (Überwältigung eines Häuptlings) fähig. Das ist dann wohl der "Winnetoubonus", den sich Old Shatterhand als sein abermaliger Retter gleich doppelt gutschreiben kann.

Old Surehand 2: Old Shatterhand, Winnetou, Hammerdull, Holbers, Treskow , Apanatschka und Matto Schahko werden im Schlaf von einer Horde Trams überrumpelt und gefangen (unter der Führung Old Wabbles). Einen Tag später gelingt es Kolma Puschi (die sich später als Surehands/ Apanatschkas Mutter herausstellt), Old Shatterhand heimlich von seinen Fesseln zu befreien. Und wieder ist es Old Shatterhand, der daraufhin Winnetou losschneidet.

Rene Grießbach
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Re: Meistens rettet Old Shatterhand Winnetou

#2 Beitrag von Rene Grießbach » 5. Mär 2019, 19:39

Interessante Überlegung. Ich würde das dennoch nicht dahingehend interpretieren, dass sich Old Shatterhand Winnetou gegenüber als überlegen/überragend darstellen will. Denn dann müsste es für ihn ja besonders ehrabschneidend erscheinen, dass er in "Saten und
Ischariot I" (KMV: "Die Felsenburg") von einem Indianerknaben befreit wird.

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