"Karl Mays Inferno"

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Rüdiger

"Karl Mays Inferno"

#1 Beitrag von Rüdiger » 13. Feb 2018, 11:53

Trockene, zähe Lektüre. Erst gegen Ende der Korrespondenz wird’s interessanter.

Festzuhalten bleibt:

Erkennbar

a.) Wulffens angenehm differenzierte Betrachtungsweise, die die Vorstrafen und charakterlichen Defizite Mays eben nicht schönredet und unter den Teppich kehrt, wie das noch heute unter Apologeten recht verbreitet ist, und aber, nach Feststellung all dessen, [in Sachen Vorstrafen / Defizite] zu Recht gleichsam fragt: Ja und ? So what ?

b.) die Dummheit Klara Mays … die zu differenzierter Betrachtungsweise halt nicht in der Lage ist und in Wulffens Ausführungen allenfalls einen Angriff auf May zu sehen vermag, der es indes nicht ist …

Langsteiner
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Re: "Karl Mays Inferno"

#2 Beitrag von Langsteiner » 17. Feb 2018, 11:25

Einspruch, Euer Ehren! Ich finde den Band von Anfang bis Ende spannend und geradezu vorbildlich kommentiert. Schon allein, wie plastisch der Charakter Klara Mays hier wird, lohnt die Lektüre! Näheres übrigens im nächsten KM & Co.

Kirchstrasse5
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Re: "Karl Mays Inferno"

#3 Beitrag von Kirchstrasse5 » 18. Feb 2018, 21:50

Ich denke, dass Buch ist eben heute nicht mehr so aufregend wie damals, da die über May präsentierten Fakten aus den Kriminalakten, die ja damals noch niemand wusste, im Wesentlichen schon bekannt sind. Es gibt aber trotzdem noch einige kleine interessante Details. Wulffen schreibt z.B. auf S. 150 über das Fahndungsbild Mays, das später von Klara May mit vernichtet wurde. (Übrigens für mich total verständlich - welche Ehefrau möchte schon, dass ein Fahndungsbild ihres Mannes publik wird und womöglich in allen Zeitungen erscheint?) Wulffen schreibt: "Ein bei des Akten gewesenes Bild zeigte den jungen Mann einem jammervollen Zustand." Ich denke, man macht sich heute in unseren warmen Wohnungen mit Zentralheizung viel zu wenig klar, dass es damals in Algersdorf für den umhervagabundierenden und heruntergekommenen "jungen Mann" sehr leicht hätte schlecht ausgehen können. Wie viele Obdachlose erfrieren auch heute noch jeden Winter? Wir sollten Gott danken, dass er damals seine Hand über May gehalten hat. Vielleicht kam die Gefangennahme ja gerade noch rechtzeitig? Wenn ich diese Zeilen Wulffens lese, denke ich jedenfalls daran, dass es mit Karl May in diesem Winter sehr leicht hätte schon zu Ende sein können und Winnetou und Hadschi Halef Omar dann nie entstanden wären.

Kirchstrasse5
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Re: "Karl Mays Inferno"

#4 Beitrag von Kirchstrasse5 » 18. Feb 2018, 21:52

Sorry "das Buch" muss es natürlich heißen...

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