Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

allwanderer
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon allwanderer » 02 Mär 2017 15:10

Die Bewertung der 3 neuen Winnetou-Filme hat nichts mit "Karl May hassen oder nicht hassen" zu tun, weil sie nichts mit Karl May zu tun hatten. Auch nur rudimentär mit Karl Mays Winnetou.
Und doch, wer die Filme mag... okay, ist reine Geschmacksache, aber Preisverleihungen? Nun, wenn man sich solche Events mal anschaut, treffen sie selten den allgemeinen Publikumsgeschmack.
Im Vorfeld hatte man grosse Erwartungen an die Filme gestellt... sogar von einem neuen Karl May-Hype war die Rede. Doch es ist anders gekommen.-
Wer aufgrund dieser eher "WildWest-Filme", a la "Broken Arrow" oder "Der mit dem Wolf tanzt" jetzt zu einem Karl-May-Buch greifen würde, der würde wohl grosse Augen machen. Und gar Karl Mays Winnetou. Karl Mays Bücher schenken ein besonderes Lesefeeling, das wohl kaum die Fans der neuen Winnetou-Filme berühren wird, die bisher mit Karl-May-Büchern nichts am Hut hatten. Ein besonderes Karl-May-Feeling habe ich z.B. bei "Kara Ben Nemsi" mit K.M.Vogler. Darüber hätte sich der "Mayster" bestimmt gefreut, aber über die neuen Winnetou-Filme?

mugwort
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon mugwort » 02 Mär 2017 18:00

allwanderer hat geschrieben:Die Bewertung der 3 neuen Winnetou-Filme hat nichts mit "Karl May hassen oder nicht hassen" zu tun, weil sie nichts mit Karl May zu tun hatten. Auch nur rudimentär mit Karl Mays Winnetou.
Und doch, wer die Filme mag... okay, ist reine Geschmacksache, aber Preisverleihungen? Nun, wenn man sich solche Events mal anschaut, treffen sie selten den allgemeinen Publikumsgeschmack.
Im Vorfeld hatte man grosse Erwartungen an die Filme gestellt... sogar von einem neuen Karl May-Hype war die Rede. Doch es ist anders gekommen.-
Wer aufgrund dieser eher "WildWest-Filme", a la "Broken Arrow" oder "Der mit dem Wolf tanzt" jetzt zu einem Karl-May-Buch greifen würde, der würde wohl grosse Augen machen. Und gar Karl Mays Winnetou. Karl Mays Bücher schenken ein besonderes Lesefeeling, das wohl kaum die Fans der neuen Winnetou-Filme berühren wird, die bisher mit Karl-May-Büchern nichts am Hut hatten. Ein besonderes Karl-May-Feeling habe ich z.B. bei "Kara Ben Nemsi" mit K.M.Vogler. Darüber hätte sich der "Mayster" bestimmt gefreut, aber über die neuen Winnetou-Filme?


Wie hat Helmut es weiter oben so trefflich formuliert:

"Sag: Ihr Ungläubigen!
Ich verehre nicht, was ihr verehrt,
und ihr verehrt nicht, was ich verehre.
Ihr habt euren Old Shatterhand, und ich den meinen,
Ihr habt euren Winnetou, und ich den meinen,
Ihr habt euren Karl May, und ich den meinen.

(Sure 109, leicht angepasst, diese Sure wird übrigens auch von Karl May zitiert)"

Die Frage, wie viel Karl May in den Filmen steckt, wie viel Winnetou, lässt sich ganz offensichtlich so einfach nicht beantworten: Für den einen sind sie ganz, ganz weit weg vom eigenen "Karl-May-Erlebnis", quasi eine Zumutung, für mich (und auch andere) ein absoluter Wow-Effekt", weil ich "meinen" Karl May, "meinen" Old Shatterhand und vor allem auch "meinen "Winnetou" so treffsicher wiederfinde. Eigentlich wäre dieses Phänomen doch mal eine treffliche Spielwiese für Karl-May-Forscher aus der Sektion "Rezeptionsästhetik" - immerhin beruhen beide Wahrnehmungen auf der Lektüre der gleichen Bücher.

Ob die Fans der neuen Winnetou-Filme auch Interesse an Karl Mays Büchern hätten/ haben, kann man nun beim besten Willen nicht wissen - ebensowenig, wie man es bei begeisterten Festspielbesuchern, eifrigen "Indianistik-Hobbyisten" oder Brice/Barker-Verehrern wissen kann. Das eine muss mit dem anderen nicht zwingend etwas zu tun haben. Und: Wem schadet es, wenn es Menschen gibt, die mit Begeisterung die "neuen" Filme sehen, aber die Bücher nicht lesen wollen? Willst Du ernsthaft annehmen, die Filme hätten im Hinblick auf Interesse an Karl-May-Büchern abschreckende Wirkung? Gäbe es mehr Karl-May-Leser, wenn man a) gar keine Filme gemacht hätte oder b) eine streng werkgetreue Verfilmung gewagt hätte? Gut vorstellbar, dass es im Fall b) Filme geworden wären, an denen nur die Interesse gefunden hätte, die "ihren" Karl May ohnehin schon vorwärts und rückwärts auswendig können, neue Leser: Fehlanzeige?

Zu Preisen: Ich bin nicht im Filmbusiness unterwegs, mag sein, dass alle Preise manipuliert, gekauft oder sonst unlauter erlangt sind - mir ist das als generelle Unterstellung etwas zu viel Verschwörungstheorie. Bei dem Jupiter-Award (nun sicher nicht der allerbedeutenste Preis, den man für einen Film bekommen kann, aber immerhin eine Auszeichnung) stimmen Zuschauer ab. Natürlich nicht alle, sondern die, die sich animiert fühlen, ihr Häkchen, ihren Klick an die eine oder andere Stelle zu setzen. Und das waren für den Jupiter Award nunmal mehrheitlich die "Winnetou-Fans". So ganz ohne Motivierungspotential scheinen die Filme dann - im Vergleich zu den anderen Nominierungen - nicht gewesen zu sein.

allwanderer
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon allwanderer » 03 Mär 2017 08:00

Hallo mugwort!
Ich möchte Dir Dein Kopfkino nicht absprechen, denn jeder hat sein ganz spezielles Kopfkino und überdies ist alles, wie ich mehrfach schon mehrfach schrieb, Geschmacksache. -
Persönlich ist der "Jammerlappen" Old Shatterhand in den 3 neuen Winnetou-Filmen eben nicht mein "Held" O.S., der Winnetou ist auch nicht "mein" Winnetou, eher ein verhinderter Crazy Horse, Dull Knife oder Quanah Parker, der listige, aber humorvolle Sam Hawkens ist in den neuen Filmen an Langweiligkeit kaum zu überbieten, Winnetous Schwester wirkt als sei sie eines der vielen Bücher über die weisen Frauen der Indianer entsprungen und die Bösewichte waren mir zu übertrieben psychopathisch dargestellt. Und die teilweise Fäkaliensprache war absolut nicht mein Fall, auch wenn es heutzutage wohl nicht mehr ohne sie geht. Im gegenseitigen Miteinander des alltäglichen Lebens wie auch im Film. Leider! Gute Schauspieler in der Tat, das Drehbuch hätte ich mir allerdings anders gewünscht. Ich sammle nun fast alles zum Thema Karl May, die 3 neuen Filme habe ich mir aber nicht für meine Sammlung gekauft. Bei der Musik-CD bin ich drauf reingefallen, dass mit Martin Böttcher "geworben" wurde. Was hatte ich erwartet? "Ohrwürmer"... Musik, die unter die Haut geht, wie bei den KM-Filmen aus den 60ern oder Filmmusiken wie "Der mit dem Wolf tanzt", "Lord of the Ring", "Alexander" oder "1492". Anstattdessen rudimentär Böttcher und das andere schräg und ausufernd langatmig oder langweilig. Sowas bleibt einem doch nicht im Gedächtnis. Aber auch okay... gerade Musik ist Geschmacksache.-
Ich komme ja auch aus der Star Trek-Szene. Und genauso wie bei den neuen Winnetou-Filmen scheiden sich auch bei den neuen Star Trek-Filmen die Geister. Darsteller gut, aber auch hier wurde das Vermächtnis eines Gene Roddenberry mit Füssen getreten. Zuviel Krawall... der philosophische Aspekt, der die früheren Filme auszeichnete blieb auf der Strecke. Aber auch das ist Geschmacksache. Als Fazit bleibt wohl: "Was dem Einen die Eule, ist dem Anderen die Nachtigall!" Aber an Karl May mit Volldampf vorbei.

Bärentöter
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon Bärentöter » 03 Mär 2017 11:17

Das stimmt! Es wurde mit dem Namen MARTIN BÖTTCHER geworben! Eigentlich schon eine Anmaßung.

Noch einmal zu mugwort:

Du solltest Dir einmal die Dokumentation von Volker Schlöndorff über HORST WENDLANDT zum Thema "Ein Produzent hat Seele, oder er hat keine"
anschauen. Dann verstehst Du vielleicht was ich meine! Ich gehe einmal davon aus, daß Du diese überhaupt nicht kennst...!

Und zum wiederholten Male: Ich war von Anfang an ein Befürworter der 3 "NEUVERFILMUNGEN"! Das kann man hier auch nachlesen. Außerdem war
ich auch bei den Dreharbeiten vor Ort in Kroatien anwesend. Auch habe ich mich total von den Auftritten CHRISTIAN BECKERS blenden lassen und
war sehr guter Dinge. Aber am 23.12.2017 wurde ich jäh aus meinen Träumen in Form der "Winnetou-Holzbox-(ein Witz alleine diese Aufmachung)
mit den 3 neuen Filmen auf Blu Ray gerissen. Warum? Weil eine absolute sehr schlechte Arbeit von Herrn Becker abgeliefert wurde. Das die beiden
Herren der "Rialto-Film" nicht ehr den Riegel davorgeschoben haben, kann ich auch nicht nachvollziehen.

Im Übrigen, gönne ich jedem seinen Erfolg! Aber nicht diesem üblen Machwerk von RTL! Und diese 3 Filme waren nicht erfolgreich und somit auch
nicht Christian Becker und "Rat-Pack".

Und so langsam kommen in mir Zweifel ob Du die 17 Verfilmungen aus den 60iger Jahren überhaupt genau kennst...

Cinemascope
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon Cinemascope » 03 Mär 2017 11:26

mugwort hat geschrieben:
Cinemascope hat geschrieben:
....RTL-Schrott...

... Also Toleranz ist gefragt...


Das sind ja mal zwei Formulierungen, die perfekt zusammenpassen....



Natürlich! FÜr mich ist es eben Schrott, aber wer die Filme mag soll sie mögen. Ist doch ganz einfach ;)

mugwort
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon mugwort » 03 Mär 2017 12:14

allwanderer hat geschrieben:... Aber an Karl May mit Volldampf vorbei...


Es liegt mir fern, irgend jemandem Gefallen an den neuen Filmen aufdrücken zu wollen. Nur: Mit welchem Recht, mit welcher Qualifikation erlaubst Du Dir eigentlich dies abschließende, apodiktische Feststellung "An Karl May mit Volldampf vorbei"? Da wir den einzigen, der dazu eindeutig etwas feststellen könnte, seit über 100 Jahren nicht mehr befragen können, muss es wohl auch hier bei der Eule und der Nachtigall bleiben. Oder wir lassen uns auf ein INHALTICHEN Austausch der Sichtweisen ein - das wäre zumindest mal interessant...

Viele Grüße
mugwort

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon mugwort » 03 Mär 2017 12:37

Bärentöter hat geschrieben:Das stimmt! Es wurde mit dem Namen MARTIN BÖTTCHER geworben! Eigentlich schon eine Anmaßung.


... er hatte ganz offensichtlich damit kein Problem...

Bärentöter hat geschrieben:Noch einmal zu mugwort:

Du solltest Dir einmal die Dokumentation von Volker Schlöndorff über HORST WENDLANDT zum Thema "Ein Produzent hat Seele, oder er hat keine"
anschauen. Dann verstehst Du vielleicht was ich meine! Ich gehe einmal davon aus, daß Du diese überhaupt nicht kennst...!



Nein, sorry, kenne ich in der Tat nicht. Ich hab die Formulierung auf das bekannte May-Zitat über Bücher mit Seele und Schriftsteller mit zugeknöpftem Rock bezogen. Wird nachgeholt!

Bärentöter hat geschrieben:
Und so langsam kommen in mir Zweifel ob Du die 17 Verfilmungen aus den 60iger Jahren überhaupt genau kennst...


Was heißt schon kennen? Ich habe alle im DVD-Regal, alle mehrfach (vermutlich im zweistelligen Bereich, gezählt habe ich das nicht) gesehen. Allerdings bin ich nie ein Film-Fan gewesen (sie "passten" einfach nicht zu "meinem" Karl May, ich erinnere mich noch an meine riesengroße Enttäuschung, als ich als junger Teenager das erste mal "Winnetou I" sah...). Ich kenne also nicht das gesamte Fan-Drumrum, habe noch keine Reise zu den Drehorten oder zu Film-Events unternommen. Ebensowenig bin ich "Filmkenner" - mit mir über Details der Kameraführung, technische Einzelheiten, Filmschnitt und Tonspuren zu diskutieren, wäre für beide Gesprächspartner vermutlich ein echtes Desaster.

Ich persönlich finde die "alten" Filme unter zeitgeschichtlichen Aspekten sehr interessant (für mich sind altersbedingt die 60er Jahre nicht mehr erlebte Wirklichkeit, sondern Geschichte), so fand ich die Ausführungen der Referenten auf dem KMG-Symposium im Frühjahr 2016 in Bonn ausgesprochen informativ. Und sie machen mir als "Kult-Karl-May-Fan-Event" Spaß, ähnlich wie Freilichtaufführungen in Bad Segeberg & Co. Aber sie berühren mich größtenteils nicht. Es ist nicht "mein" Karl May. Meine Kinder empfinden sie als irgendwie latent peinlich (außer die Buffo-Figuren wie Sam Hawkens und Castlepool, damit können sie noch etwas anfangen).

Ich plädiere ja für Vielfalt im May-Universum: Jedem das seine - der eine mag die alten Filme, der nächste Sammelalben, wieder andere Spielfiguren, nicht zu vergessen die Hörspiel-Spezialisten, dazwischen noch eine ganze Menge Büchersammler. Jetzt kommen eben noch ein paar Wotan-Nik-Enthusiasten dazu. EIGENTLICH ist das doch recht einfach...

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon allwanderer » 03 Mär 2017 13:28

Hallo mugwort!
T'schuldige bitte, aber Du klingst immer gleich so eingeschnappt, wenn man die 3 neuen Winnetou-Filme kritisiert. Dabei will Dir doch niemand Deine Freude an diesen Filmen nehmen. Und wenn Du Dich, zu den, wie Du sie nennst, "Enthusiasten" zählst, ist es doch okay. "Jedem Tierchen sein Plaisierchen"!-
Auch wenn's Dich aufregt, bleibe ich bei meiner Meinung: Die 3 neuen Winnetou-Filme brausten mit Volldampf an Karl May vorbei. Oder drastischer ausgedrückt: Karl May würde sich vielleicht, oder noch besser bestimmt, im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, wie man seine Werke oft umsetzt ( auch oft auf Freilichtbühnen ). Aber wie gesagt: Alles Ansichtssache oder einfach an die hier vielzitierte Sure denken.-
Und was den Preis betrifft: Nicht alles, was einen Preis bekommt, ist erfolgreich. Jedenfalls schaue ich fast täglich in unseren Läden, die DvDs / CDsverkaufen, vorbei und bemerke, dass die neuen Winnetou-Filme und CDs hier wie Blei in den Regalen liegen.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon mugwort » 03 Mär 2017 13:46

allwanderer hat geschrieben:Hallo mugwort!
T'schuldige bitte, aber Du klingst immer gleich so eingeschnappt, wenn man die 3 neuen Winnetou-Filme kritisiert. Dabei will Dir doch niemand Deine Freude an diesen Filmen nehmen. Und wenn Du Dich, zu den, wie Du sie nennst, "Enthusiasten" zählst, ist es doch okay. "Jedem Tierchen sein Plaisierchen"!-
Auch wenn's Dich aufregt, bleibe ich bei meiner Meinung: Die 3 neuen Winnetou-Filme brausten mit Volldampf an Karl May vorbei. Oder drastischer ausgedrückt: Karl May würde sich vielleicht, oder noch besser bestimmt, im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, wie man seine Werke oft umsetzt ( auch oft auf Freilichtbühnen ). Aber wie gesagt: Alles Ansichtssache oder einfach an die hier vielzitierte Sure denken.-
Und was den Preis betrifft: Nicht alles, was einen Preis bekommt, ist erfolgreich. Jedenfalls schaue ich fast täglich in unseren Läden, die DvDs / CDsverkaufen, vorbei und bemerke, dass die neuen Winnetou-Filme und CDs hier wie Blei in den Regalen liegen.


Nö, ich bin nicht eingeschnappt. Ich reagiere nur ziemlich allergisch, wenn sich die einen oder anderen herausnehmen, nicht ihre MEINUNG kundzutun, sondern so zu formulieren, als ob sie OJBEKTIVE WAHRHEITEN verkünden wollten. Hier gibt es einfach Feinheiten in der Ausdrucksweise, die nicht jeder "drauf" hat. So etwas stört mich, ernsthaft - vielleicht bin ich aber auch nur zu pingelig, kann sein. Mit konträren MEINUNGEN habe ich noch nicht mal ansatzweise ein Problem. Ich freue mich allerdings, wenn sie so dargelegt werden, dass ich sie nachvollziehen kann und die Möglichkeit eines inhaltlichen Dialogs eröffnet wird (dass ein solcher vom Verfasser bzw. der Verfasserin gewünscht ist, unterstelle ich in einem Forum einfach mal, möglicherweise zu Unrecht).

Viele Grüße
Irmgard

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon Rüdiger » 03 Mär 2017 18:19

allwanderer hat geschrieben:Sam Hawkens ist in den neuen Filmen an Langweiligkeit kaum zu überbieten

Der Sam Hawkens war – neben dem vorzüglichen Möhring als Old Shatterhand – einer der Lichtblicke der Filme. Endlich hat mal jemand kapiert, daß Hawkens keine Witzfigur, kein Clown August und kein Hampelmann ist …

Langweilig ? Z.B. als er die Perücke abnimmt und knochentrocken „Kann man so nicht sagen …“ sagt (wobei sich das erlebte Grauen durchaus vermittelt, auch wenn er eben halt kein Aufhebens davon macht …) (auf die Anmerkung, er habe wohl keine Probleme mit Indianern), alles andere als das … hier ist Hawkens das, was er bei Karl May ist: ein Freak, der die Leiden und Härten des Lebens zur Genüge kennt und dennoch seinen Humor nicht verloren hat … Langweilig hingegen sind die für platte Kinder- & Familienunterhaltung zuständigen gängigen Hawkens-Kasper auf den Freilichtbühnen …

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon allwanderer » 04 Mär 2017 00:04

Rüdiger hat geschrieben:
allwanderer hat geschrieben:Sam Hawkens ist in den neuen Filmen an Langweiligkeit kaum zu überbieten

Der Sam Hawkens war – neben dem vorzüglichen Möhring als Old Shatterhand – einer der Lichtblicke der Filme. Endlich hat mal jemand kapiert, daß Hawkens keine Witzfigur, kein Clown August und kein Hampelmann ist …
Langweilig hingegen sind die für platte Kinder- & Familienunterhaltung zuständigen gängigen Hawkens-Kasper auf den Freilichtbühnen …


Nichts gegen Möhring als Schauspieler. Im Aussehen bzw. Styling kam er Karl May auch nahe, aber ich fand, und das ist halt meine persönliche Meinung, seine Rolle als Old Shatterhand eher jämmerlich. Gut, Old Shatterhand war zunächst Greenhorn, aber so tolpatschig, wie dargestellt, wohl eher nicht.-
Und was Sam Hawkens angeht, muss ich Dir recht geben. Auf Freilichtbühnen wird seine Rolle oft überzogen "humoristisch" angelegt, was nicht selten an Albernheit grenzt, aber von der von Dir erwähnten Szene mal ganz abgesehen, die mich auch nicht vom Hocker riss, hat mich seine Rolle sehr gelangweilt. Ich fand die ganze Figur lieblos, trocken und langweilig in Szene gesetzt.-
Der einzige Lichtblick war für mich Gojko Mitic, als Winnetous Vater. Entgegen mugwort war auch der Winnetou der neuen Filme für mich kein Winnetou, wenn ich ihn mit manch anderen Winnetous vergleiche. Und da denke ich nicht mal unbedingt an P. Brice. Gestört hat mich aber auch die ganze "Atmosphäre" der Filme. Karl May-Feeling kam jedenfalls bei mir nicht auf. Leider! Aber jedem seine Meinung!
Natürlich gönne den Filmen den Preis, auch wenn mir schleierhaft ist, weshalb sie ausgezeichnet wurden.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 04 Mär 2017 22:16

Wotan Wilke Moehring hat gerade die Goldene Kamera erhalten als bester deutscher Schauspieler für seine Darstellung des "Old Shatterhand" in "Winnetou".

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon mugwort » 04 Mär 2017 22:42

Winnetoukarlmay2016 hat geschrieben:Wotan Wilke Moehring hat gerade die Goldene Kamera erhalten als bester deutscher Schauspieler für seine Darstellung des "Old Shatterhand" in "Winnetou".


Jetzt können wir die Diskussion der letzten paar Tage noch mal wiederholen ;-) Wer möchte anfangen? Mein Statement zu dem Preis dürfte nicht schwer zu erraten sein ;-) ...

Viele Grüße aus Hamburg
Irmgard

(unseren "Torjubel" bei Verkündung der Juryentscheidung konnte man wohl fast in den Messehallen hören, so nah wohnen wir bei...)

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon allwanderer » 05 Mär 2017 09:43

Ich schätze W.W.M. als sehr guten Schauspieler, von daher habe ich null Probleme damit, dass er einen Preis verliehen bekommen hat. Dass seine Old Shatterhand-Rolle in grossen Teilen eher jämmerlich, anstatt heldenhaft war, liegt nicht an ihm, sondern am Drehbuch. Er hat das Beste aus der vorgeschriebenen Charakterisierung seiner Rolle gemacht. Es geht bei einer solchen Preisverleihung bestimmt nicht darum, ob der Old Shatterhand dem literarischen Old Shatterhand ähnelt, sondern um eine schauspielerische Leistung. Und W.W.M. ist ein beliebter, fähiger Schauspieler. Wäre die Rolle des Old Shatterhand anders konzipiert worden, hätte er auch was draus gemacht.-
Diese Preisverleihung ändert aber nichts an meiner kritischen Einstellung gegenüber den neuen Winnetou-Filmen. Sie sind, sie ich hier mehrfach schon erwähnte, eben absolut nicht mein Ding.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Nominierungen

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 24 Mär 2017 10:28

Beim deutschen Kamerapreis 2017 ist Kameramann Sten Mende nominiert für "Winnetou - Eine neue Welt".

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