Winnetou /Silbersee

Rüdiger
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Winnetou /Silbersee

Beitragvon Rüdiger » 28 Dez 2016 14:27

Wir müssen ja nicht alles zu den drei Filmen in einen einzigen Thread packen, daher eröffne ich hier für den zweiten Film mal einen neuen.

Ich hatte, nach dem was ich so las, Schlimmes befürchtet, zunächst ging es mir aber so wie zuvor lange Zeit beim ersten Film: ich fand’s nicht schlecht, und zumindest interessant. (Der Absturz hingegen soll hier später noch fataler sein als im ersten Film …)

Wieder starke atmosphärische / musikalische Momente zu Beginn.

Der Professor mit seinem romantisch märchenhaft aussehenden Buch in entsprechender Beleuchtung erinnerte mich zugegebenermaßen an die Augsburger Puppenkiste …

Andere öffnen ihr Haar, Nscho Tschi öffnet den Blick … Heieiei. Old Shatterhand, Du hast gute Karten.

Dem Winnetou fehlt insgesamt die Würde, die Noblesse, hier im zweiten Film wird es noch deutlicher als im ersten. Keine schlechte Darstellung, sympathischer, gutaussehender Typ, aber das ist nicht Winnetou … die beiden tollen manchmal miteinander herum wie Fußballer nach dem Sieg in der Umkleidekabine.

Möhring mit Nscho Tschi / bei Mr.Henry … Stark. Ein ausgezeichneter Darsteller, das war mir so ausgeprägt in früheren Filmen mit ihm nie aufgefallen. Gut, ich habe ihn immer schon recht gern gesehen, aber daß er dermaßen wandlungsfähig ist und auch ein wenig gegen seinen Typ besetzt so überzeugen kann, das ist schon beeindruckend.

Winnetou und Nscho Tschi vor dem fatalen Antrag ihrerseits, es wirkt ein wenig wie Studenten auf einer Party, ein etwas verklemmter Typ soll becirct werden …

Sam Hawkens und Belle … menschlich. Keine fade Klamottenkomik wie seinerzeit mit Frau Vollmond.

Der Adler, diese esoterische Beigabe, schien mir von G.F. Unger abgekupfert, ich habe zuhause einen Roman von ihm im Regal stehen, wo das, wenn ich mich recht entsinne, ganz ähnlich so geschildert wird … (oder es ist eine alte Angelegenheit, die halt auch Unger aufgegriffen hat …)

„So einen miesen Vogelruf“, da ist er wieder, der feine Humor, und die sehr zu May passende Selbstironie, die freilich auch in den Büchern nicht jeder wahrnimmt …

Der durchgeknallte Bösewicht mit Nscho Tschi … nicht mehr May. Ganz und gar nicht. Und diese Sache mit der Carmen … wie aus einem überinspirierten Aufsatz eines Schülers (oder Sequelschreibers …), dem die kreative Phantasie ein wenig durchgegangen ist …

Bei der fatalen Kussklamotte zwischen Oberschurke und Ersatzcarmen schauen wir konsequent nur auf Herrn Möhring und goutieren dessen feine Darstellung.

Dann fängt der Kerl (der Herr Schurke) auch noch an zu singen … und Nscho Tschi hält apart ein Schirmchen … wie sagt Günter Jauch manchmal, was müssen die für Drogen genommen haben, die sich so etwas ausdenken …

Der Königs- oder auch Götterschatz erinnert stark an eine frühere Filmerei nach May.

Warum gefährdet sich Old Shatterhand dermaßen mit seiner Fummelei am Felsen ? Hat er nach Nscho Tschis Küsserei das Dasein satt ? Hat sich mir nicht ganz erschlossen …

Dann strahlendes Lachen, Old Möhring und Nscho Tschi … Das ist freilich wieder sehr schön.

Und noch einmal Sam und Belle. Fein daß am Ende der zwischenzeitlich völlig abgeschmierte Film so doch noch einmal ein wenig „herausgerissen“ wird.

Nach „zwischen seine Kopf und sein Herz“ bricht meine Aufzeichnung vom Fernseher abrupt ab, viel wird da auch nicht mehr kommen, aber was denn nun noch kam, würde mich denn doch interessieren … Vielleicht kann jemand helfen.

Helmut
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Re: Winnetou /Silbersee

Beitragvon Helmut » 28 Dez 2016 17:09

Ich habe gestern nach dem Film in facebook ungefähre so geschrieben:

Am Anfang hat's mir gefallen, dann fand ich's zu albern.
Dann liefen im BR Sendungen zu 60 Jahren "Lach und Schiess(-gesellschaft)", die waren wirklich sehenswert.


Helmut

markus
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Re: Winnetou /Silbersee

Beitragvon markus » 28 Dez 2016 23:17

Für weiße liebe machen schwierig?

;-))

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