Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Rüdiger
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 10 Feb 2017 10:31

allwanderer hat geschrieben:Karl May war und ist aber "Traumwelt"

Nein. Zeitlose Angelegenheiten in exotischem Gewand. Uns und hier und heute betreffend. ("haben gelebt oder leben noch" ... "und wenn sie nicht gestorben sind ...")

Rüdiger
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 10 Feb 2017 10:35

IDDOC hat geschrieben:der gute Wotan benimmt sich zwar wie ein unerfahrener Teenager aber er ist trotzdem ein wie meine 20-jährige Tochter sagen würde,alter Sack.
Die Mexikanerin handelt zwar wie eine alte Frau ist aber jung und knackig.
Ich weiss für dich zählt das Verhalten (man ist so jung wie man sich fühlt) für mich zählt die Biologie.

Es geht weniger ums "zählen" ... Wenn ich nicht gewußt hätte daß Möhring älter ist hätte ich beim Ansehen der Filme gedacht die beiden seien in etwa gleichaltrig. Liegt wohl an seiner jungenhaften und ihrer "abgefahrenen" Ausstrahlung. (Mir gefällt sie übrigens nicht sonderlich, nebenbei bemerkt.)

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 10 Feb 2017 11:00

allwanderer hat geschrieben:Karl May war und ist aber "Traumwelt", auch wenn Karl May seinen Geschichten einen realistischen Touch verlieh.
Das ist richtig. Und als solche "Traumwelt" funktionieren seine Geschichten auch sehr gut.
Er war ein guter Erzähler, das möchte ich nicht in Abrede stellen (falls der Eindruck entstanden ist).

allwanderer hat geschrieben:Und er war ein Kind seiner Zeit, auch wenn er oft gegen den Strom schwamm... seine Erziehung und Sozialisierung prägten ihn. Sexistisch ist ein moderner Begriff, der stark überstrapaziert wird. Heutiges Frausein und damit einhergehende Standpunkte, ist eben nicht mit dem Frausein von vor 150 Jahren vergleichbar und Rassismus ist auch so ein Wort das heutzutage viel zu leichtfertig und zu oft in den Mund genommen wird. Oft darf man sich gar nicht mehr kritisch äussern, ohne gleich mit der Rassismus-Keule erschlagen zu werden.
Ich nehme ihm seinen Rassismus und Sexismus auch nicht SO übel. Denn natürlich war er ein Kind seiner Zeit.
Allerdings: Auch damals gab es Aufbegehren, die Frauenbewegung und den Kampf gegen Rassismus. Das hätte man schon wahrnehmen können. Nur mal so am Rande.

allwanderer hat geschrieben:Und was die Ausrottung der Indianer angeht. Natürlich war das aus heutiger Sicht Sünde. Aber in einem interessanten Buch habe ich mal eine philosophische Fragestellung gelesen. Auf die Frage, was man mit der "Hochkultur" der Azteken verbindet, wurden natürlich die Blutopfer /Menschenopfer genannt. Um dann in die Frage überzuleiten: "Was wäre geschehen, wenn die Spanier nicht die Azteken ausgerottet hätten und sich diese Kultur weithin ausgebreitet hätte?" Ich finde das eine interessante Fragestellung. Leider gibt es immer 2 Seiten einer Medaille.
Ja, man kann sich viele Fragen stellen und Gedankenspiele spielen.
Aber ich bin nicht dazu bereit, Völkermord als irgendwie richtig zu betrachten.
Ein anderes Gedankenspiel: Was wäre geschehen, hätte man die Indianer nicht vernichtet, sondern sich mit ihnen arrangiert?
Wie würde die Welt heute aussehen, wenn Afrika nicht durch die Sklaverei und den Kolonialismus ausgeblutet worden wäre?

markus
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon markus » 10 Feb 2017 14:44

So langsam wirds immer absurder. Kein Wunder dass die alten keine Lust mehr haben.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 10 Feb 2017 16:26

Ja, wahrscheinlich sollte man die Diskussion einfach beenden.

Ich bin halt zu spät eingestiegen.

mugwort
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon mugwort » 10 Feb 2017 21:32

markus hat geschrieben:So langsam wirds immer absurder. Kein Wunder dass die alten keine Lust mehr haben.


Was ist denn jetzt hier "absurd"?

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 12 Feb 2017 13:55

Ach, was soll's.

Wenn ich es recht bedenke, bin ich Karl May sehr dankbar für die romantische Sicht auf die Indianer.

Leider habe ich, nachdem ich mich nun aufs Neue mit der Geschichte des Untergangs der Indianer beschäftigt habe, einen Teil dieser Sicht verloren.

Gestern abend wollte ich "Der Schatz im Silbersee" anschauen. EWIG hatte ich ihn nicht gesehen. Aber es funktioniert nicht mehr.

Immerzu dachte ich nur: Winnetou! Was MACHST du denn da, warum reibst du dich auf für die Angelegenheiten der Bleichgesichter? Lass sie sich doch gegenseitig erschießen! Falsche Richtung! Kehr um, hilf lieber DEINEN Leuten!

Was ich früher nicht wahrgenommen hatte: Die tatsächliche Geschichte der Indianer wird in den Karl May-Filmen durchaus miterzählt, sie scheint durch.
Ja, das hat mich so traurig gemacht, dass ich den Film nicht bis zum Ende anschauen konnte.

Ich werde mich ein wenig mit Karl May selbst befassen.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon mugwort » 12 Feb 2017 17:14

Hankashee hat geschrieben:
Ich werde mich ein wenig mit Karl May selbst befassen.


Eine sehr schöne und sehr lohnende Idee. Eine faszinierende Persönlichkeit, mit Brüchen, Ecken und Kanten, mit ihren Widersprüchen. Wenn es Zeitreisen gäbe: Er wäre einer der wenigen Menschen, die gerne wirklich einmal treffen würde.

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