Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Rüdiger
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 08 Feb 2017 21:53

Hankashee hat geschrieben:Thread über [...] Kindererziehung


Bitte mal den Link ...

:-)

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 08 Feb 2017 21:59

Rüdiger hat geschrieben:
Hankashee hat geschrieben:Mir ging es doch nicht darum zu behaupten, die Indianer waren GUT, die Weißen waren BÖSE.

... und mir ging es nicht darum, das etwa behaupten zu wollen. (daß es Dir darum gegangen wäre.) Ich war sozusagen nach dem Besonderen schon wieder im Allgemeinen und dabei, ein bißchen Altersweisheit unters gemeine Volk zu verstreuen ...

:-)
Ja, mir ging es ja auch nicht darum, zu behaupten, dass du etwas behaupten willst, das ich angeblich behauptet hätte. :-))

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 08 Feb 2017 22:04

Rüdiger hat geschrieben:
Hankashee hat geschrieben:Thread über [...] Kindererziehung


Bitte mal den Link ...

:-)
Ach, geh einfach ins Brigitte-Forum.

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 08 Feb 2017 22:15

Aber jetzt mal zurück zum Film.

Die Glaubwürdigkeit, die die neuen Filme haben, hängt nur zum Teil mit der realistischeren (oder eben pseudorealistischen) Darstellung von Indianern und Weißen zusammen.

Es ist zum Beispiel auch die Darstellung von Gewalt, die ja bereits als zu brutal kritisiert wurde.
Das finde ich gut gelöst: Einerseits gibt es Schießereien und Prügeleien, die ähnlich wie in den alten Filmen aufgemacht sind, bei denen man mit den Opfern wenig Mitgefühl hat, weil es die Darstellung nicht hergibt. Andererseits wird ansatzweise gezeigt, dass Gewalt unästethisch, schmerzhaft und unmoralisch ist.

Aber in erster Linie liegt es an den Hauptfiguren, die sich von Film zu Film verändern und weiterentwickeln und die als Menschen greifbar und verständlich sind.
Old Shatterhand, der vor der Leidenschaft einer Frau flieht, die er eindeutig liebt. Winnetou, der erst zornig und aggressiv ist und durch die Häuptlings-Verantwortung und die Erfahrung der Niederlage in Rosswell zunächst bitter und ratlos ist und dann eine neue Haltung entwickelt und auch seinem Freund gegenüber nach und nach weicher wird.
Die Darstellung der Freundschaft zwischen beiden.
In den alten Filmen sah man nie, was Freundschaft so ausmacht: Intimität, Vertrauen, Freude und gemeinsames Lachen.
Dass Old Shatterhand, Winnetou und Sam Hawkens gemeinsam um das Feuer sitzen und über Beziehungen sprechen, das ist doch mal was!!
Die Szene mag ich sehr.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon markus » 08 Feb 2017 23:42

Hankashee hat geschrieben:Ach was. Hast du mal einen Thread über Mode und/oder Kindererziehung in einem Allerweltsforum gelesen?

Da ist das hier doch harmlos. :-))

Nein und in diesem Leben sicher nicht mehr. ;-)

markus
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon markus » 08 Feb 2017 23:53

Hankashee hat geschrieben:Old Shatterhand, der vor der Leidenschaft einer Frau flieht, die er eindeutig liebt.

Er flieht nicht vor der Frau, er ist nur noch nicht bereit dafür. Die ganze Situation ist zu viel für ihn. Er ist hin und hergerissen zwischen zwei Kulturen. Er weiß dass er mit seiner alten Welt immer weniger anfangen kann, für die neue ist er aber noch nicht bereit. Um das für sich rauszufinden wohin er gehört, muss er zurück zu den weißen und erst da wird ihm klar dass die Zivilisation ihm nichts mehr geben kann.
Zuletzt geändert von markus am 09 Feb 2017 12:42, insgesamt 1-mal geändert.

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 09 Feb 2017 01:09

markus hat geschrieben:
Hankashee hat geschrieben:Old Shatterhand, der vor der Leidenschaft einer Frau flieht, die er eindeutig liebt.

Er flieht nicht vor der Frau, er ist nur noch bereit dafür. Die ganze Situation ist zu viel für ihn. Er ist hin und hergerissen zwischen zwei Kulturen. Er weiß dass er mit seiner alten Welt immer weniger anfangen kann, für die neue ist er aber noch nicht bereit. Um das für sich rauszufinden wohin er gehört, muss er zurück zu den weißen und erst da wird ihm klar dass die Zivilisation ihm nichts mehr geben kann.
Ja, genau. Erst hat er Angst vor der Liebe, dann geht er weg und wird sich darüber klar, was er aufgegeben hat.
Ich hatte schon den Eindruck, dass er auch vor der Frau bzw ihrer Forderung wegläuft. Das war einfach zu viel für ihn.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon IDDOC » 09 Feb 2017 02:57

Hankashee hat geschrieben: was Freundschaft so ausmacht: Intimität, Vertrauen, Freude und gemeinsames Lachen.
Dass Old Shatterhand, Winnetou und Sam Hawkens gemeinsam um das Feuer sitzen und über Beziehungen sprechen, das ist doch mal was!!
Die Szene mag ich sehr.


Und schon sind wir mitten im Brigitte Forum

Apropos Mays OS wollte bewusst nicht zu den Apachen ziehen und schon gar keine Beziehung mit Nscho tschi eingehen. Nscho tschi sollte "weisse"Bildung zu teil werden keine romantische Liebe.Im 60er Film May nahe im neuen Film kitschig und unglaubwürdig.
Wobei ich die mexikanische Schauspielerin durchaus attraktiv finde ,es sich mir aber nicht erschliesst was sie mit dem mindestens 25 Jahre älteren Mann will, der wäre schon eher als Grossvaterfigur denkbar.
May hat den Untergang seiner imaginären Indianer betrauert ,aber das ihre "Kultur" auf der gleichen Stufe mit der europäischen Zivilisation stände hat er nie vertreten.Im Übrigen hatte er wie gesagt keinen Schimmer von wirklichen Indianern.
Da ist der absurde Klekhi Petra exemplarisch,ein deutscher Gelehrter der den Mescalero die Zivilisation und die deutsche Sprache nahebringt.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 09 Feb 2017 09:22

IDDOC hat geschrieben:Und schon sind wir mitten im Brigitte Forum


:-))

Herrlich ... ('tschuldigung, Henker-She, aber diese knackige Art vom IDDOC mag ich einfach ...)

IDDOC hat geschrieben:es sich mir aber nicht erschliesst was sie mit dem mindestens 25 Jahre älteren Mann will, der wäre schon eher als Grossvaterfigur denkbar.


Ich finde man merkt es überhaupt nicht daß er älter ist ... ich finde er wirkt eher JÜNGER, da sehr jungenhaft, sie hingegen schon recht abgeklärt ...

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 09 Feb 2017 22:01

Rüdiger hat geschrieben: Henker-She
:-O

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 09 Feb 2017 22:51

[ :-)) Henker-She? Was ist das? Ein neumodischer Diminutiv? Oder möglicherweise ist es der Medizinname eines (deutschstämmigen) ehemaligen Henkers, der sein Leben radikal verändert hat und nun auf dem Weg ist, eine Frau zu werden. :-)) ]

IDDOC hat geschrieben:Apropos Mays OS wollte bewusst nicht zu den Apachen ziehen und schon gar keine Beziehung mit Nscho tschi eingehen. Nscho tschi sollte "weisse"Bildung zu teil werden keine romantische Liebe.Im 60er Film May nahe im neuen Film kitschig und unglaubwürdig.
Wobei ich die mexikanische Schauspielerin durchaus attraktiv finde ,es sich mir aber nicht erschliesst was sie mit dem mindestens 25 Jahre älteren Mann will, der wäre schon eher als Grossvaterfigur denkbar.
May hat den Untergang seiner imaginären Indianer betrauert ,aber das ihre "Kultur" auf der gleichen Stufe mit der europäischen Zivilisation stände hat er nie vertreten.Im Übrigen hatte er wie gesagt keinen Schimmer von wirklichen Indianern.
Da ist der absurde Klekhi Petra exemplarisch,ein deutscher Gelehrter der den Mescalero die Zivilisation und die deutsche Sprache nahebringt.

Ja, und das ist auch ein Grund, warum ich kein Karl May-Fan bin. Am Ende ist er ebenso rassistisch wie die meisten der älteren amerikanischen Darstellungen der Indianer in Erzählungen oder Filmen. Dass er gleichzeitig auch sexistisch ist, versteht sich von selbst.

Und ja: Das ist einer der Hauptgründe, warum ich die neuen Filme mehr mag.

Rüdiger
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 09 Feb 2017 23:43

Hankashee hat geschrieben:rassistisch
sexistisch

zwei alberne Modewörter seit ein paar Jahrzehnten ... früher gab's die gar nicht ... man brauchte sie nicht ... man bräuchte sie auch heut' nicht ...

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 10 Feb 2017 01:56

Wie würdest du es sonst nennen?

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon IDDOC » 10 Feb 2017 03:29

May als rassistisch und sexistisch zu bezeichnen ist schon ignorant.

Da fällt mir ,da wir ja beim Film sind, ein Zitat meines absoluten Lieblingsschauspielers Jack Nicholson aus dem Film " As good as it gets" ein

How do you write women so well ?

I think of a man and take away reason and accountability.

Apropos mein lieber Rüdiger der gute Wotan benimmt sich zwar wie ein unerfahrener Teenager aber er ist trotzdem ein wie meine 20-jährige Tochter sagen würde,alter Sack.
Die Mexikanerin handelt zwar wie eine alte Frau ist aber jung und knackig.
Ich weiss für dich zählt das Verhalten (man ist so jung wie man sich fühlt) für mich zählt die Biologie.
Bin ich jetzt biologistisch ?

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon allwanderer » 10 Feb 2017 10:24

Jedes Volk hat seine Licht- und Schattenseiten. Auch die Native Americans waren in ihrer Gesamtheit keine "edlen Wilden". Es gab unter ihnen charismatische Persönlichkeiten, wie z.B. Tecumseh, Chief Joseph, Cochise, Red Cloud, Sitting Bull, Dull Knife etc., aber auch sie hatten in erster Linien die Interessen ihres eigenen Stamnes im Auge und blickten selten über den eigenen Tellerrand hinaus. Ideen, sich im gemeinsamen Kampf gegen die eindringenden Weissen zu verbünden, gab es, aber sie wurden durch Eifersüchteleien und Streitigkeiten zunichte gemacht.-
Karl May war und ist aber "Traumwelt", auch wenn Karl May seinen Geschichten einen realistischen Touch verlieh. Und er war ein Kind seiner Zeit, auch wenn er oft gegen den Strom schwamm... seine Erziehung und Sozialisierung prägten ihn. Sexistisch ist ein moderner Begriff, der stark überstrapaziert wird. Heutiges Frausein und damit einhergehende Standpunkte, ist eben nicht mit dem Frausein von vor 150 Jahren vergleichbar und Rassismus ist auch so ein Wort das heutzutage viel zu leichtfertig und zu oft in den Mund genommen wird. Oft darf man sich gar nicht mehr kritisch äussern, ohne gleich mit der Rassismus-Keule erschlagen zu werden.-
Und was die Ausrottung der Indianer angeht. Natürlich war das aus heutiger Sicht Sünde. Aber in einem interessanten Buch habe ich mal eine philosophische Fragestellung gelesen. Auf die Frage, was man mit der "Hochkultur" der Azteken verbindet, wurden natürlich die Blutopfer /Menschenopfer genannt. Um dann in die Frage überzuleiten: "Was wäre geschehen, wenn die Spanier nicht die Azteken ausgerottet hätten und sich diese Kultur weithin ausgebreitet hätte?" Ich finde das eine interessante Fragestellung. Leider gibt es immer 2 Seiten einer Medaille.

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