Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

mugwort
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon mugwort » 02 Feb 2017 11:50

Bärentöter hat geschrieben:Und morgen gibts inclusive die Preisverleihung für die beste Filmmusik in einem Fernsehfilm von Heiko Maile....zumindest nominiert! Unglaublich...selbst wenn man sich diese synthetische Musik 10x anhört, bleibt ein ............................n i c h t s ................................!


Bei Dir nicht. Bei mir schon. So ist das mit der Wahrnehmung ;-)

M.E. unterstützt die Musik den Film, zitiert, assoziiert mit alten Melodien, schafft Stimmung. Etwas anderes möchte ich von einer Filmmusik nicht - sie ist Teil es Ganzen.

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 02 Feb 2017 12:12

IDDOC hat geschrieben:
Cinemascope hat geschrieben:DU bist eine Frau stimmts? ;))

Na da bin ich aber froh ,dass es auch rationale Frauen gibt.,denen ein überirdisch schöner Winnetou nicht so leicht das Herz bricht
Im übrigen wird der Apache Winnetou mit seiner Schwester ja wohl kaum in Lakota kommuniziert haben.
In dem neuen FILM nennt er sie so! Die ganze Zeit!
In den alten Filmen sprachen die Indianer ja nur peinliche Kindersprache (so ähnlich hat es sich jedenfalls angehört, wenn wir als Kinder Indianer gespielt haben).
Im Übrigen: Man kann rational und emotional zugleich sein, stell dir vor.
Und äh... Wenn ich mir so einen Film rein rational anschauen würde... Dann bräuchte ich ihn gar nicht erst zu sehen. Ich möchte durchaus berührt werden; wenn ein Film (oder eine andere Form der Geschichte) mich nicht berührt, langweilt er mich.

Warum die Indianer in den neuen Filmen Lakota und nicht Mescalero sprechen, wurde hier ja schon dargelegt.
Dazu nur noch ein "Übrigens": Es sind SPRACHEN, keine Dialekte.
Zuletzt geändert von Hankashee am 02 Feb 2017 12:29, insgesamt 2-mal geändert.

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 02 Feb 2017 12:16

Nat Bumppo hat geschrieben:Es würde mich einmal interessieren wieviele der Eiferer gemerkt hätten, dass die Apatschen im Film Lakota sprechen, wenn RTL es nicht selbst kommuniziert hätte.
Mir ist schon aufgefallen, dass es dieselbe Sprache war wie in "Der mit dem Wolf tanzt".
Das ist auch die Sprache, die (in verstümmelter Form) in Deutschland verwendet wird, wenn indianische Rituale adaptiert werden (Schwitzhütten zum Beispiel).

Nat Bumppo hat geschrieben:Und welche Sprache/Dialekt benutzten eigentlich die Indianer in den alten Filmen?
Etwa so: Panschi kanischi koschanka Manitu? (wörtliches Zitat) :-))

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 02 Feb 2017 12:20

mugwort hat geschrieben:M.E. unterstützt die Musik den Film, zitiert, assoziiert mit alten Melodien, schafft Stimmung. Etwas anderes möchte ich von einer Filmmusik nicht - sie ist Teil es Ganzen.
Mir hat die Musik auch in weiten Teilen gefallen. Klar gibt es auch hier Kritik, aber INSGESAMT finde ich sie sehr gelungen.

Das Stück "Blutsbrüder" zum Beispiel, in dem die Winnetou-Melodie gesungen wird, empfinde ich als wunderbare Cover-Version. Die alten Martin Böttcher-Kompositionen kann ich heute nicht mehr so gut ertragen. Sie erinnern zu sehr an "Schwarzwaldklinik" und ähnliches (hat er das nicht sogar auch komponiert?).
Ich hatte als Kind NATÜRLICH eine Platte mit der Filmmusik, und ich habe sie auch gehört. Ich konnte alle Melodien mitsingen. Von daher kann ich in der neuen Filmmusik sehr gut die Nuancen erkennen. Fein gemacht, finde ich (jaja, den neuen Soundtrack besitze ich auch).

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 02 Feb 2017 12:32

markus hat geschrieben:Old Shatterhand hatte laut May die häuptlingswürde.
Aber Häuptling wurde dann doch jemand anders, oder?

Außerdem, nach allem, was ich weiß, wurden doch in den meisten Stämmen die Häuptlinge gewählt und nicht etwa die Häuptlingswürde vererbt.
Insgesamt ging es bei den meisten Stämmen wohl eher demokratisch zu und nicht so patriarchalisch, wie es in den meisten Filmen oder Romanen dargestellt wird. Hätte man, da man ja die Welt der Indianer realistischer darstellen wollte, auch mal berücksichtigen können.

markus hat geschrieben:Ansonsten im großen und ganzen eine gute Rezension Hankashee, lass dich nicht beirren, das ist hier so ;-)
Danke!
Zuletzt geändert von Hankashee am 02 Feb 2017 12:34, insgesamt 1-mal geändert.

Rüdiger
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 02 Feb 2017 12:33

Hankashee hat geschrieben:In dem neuen FILM nennt er sie so!

Wer nennt wen wie ?

(Ich finde keinen Bezug zu diesem Satz ...)

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 02 Feb 2017 12:35

Rüdiger hat geschrieben:
Hankashee hat geschrieben:In dem neuen FILM nennt er sie so!

Wer nennt wen wie ?

(Ich finde keinen Bezug zu diesem Satz ...)
Winnetou (Nik Xhelilaj) nennt seine Schwester (Iazua Larios) "Hankashee" oder Hankshi oder Hankasi, ich habe da unterschiedliche Schreibweisen gefunden.

IDDOC
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon IDDOC » 02 Feb 2017 13:33

Hankashee hat geschrieben:
Hätte man, da man ja die Welt der Indianer realistischer darstellen wollte, auch mal berücksichtigen können.


Richtig man haette ja zeigen können wie Lakota Crow Frauen und Kinder grausam zu Tode quälen,dafuer waren sie beruechtigt und ein paar mehr betrunkene Indianer hatten dem ganzen auch einen mehr realistischen Anstrich gegeben.Tangua fand ich bei weitem mehr der Wirklichkeit nahe als den "ueberirdisch" schoenen Herzensbrecher Winnetou.

Joachim F.
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Joachim F. » 02 Feb 2017 13:53

Nat Bumppo hat geschrieben:Es würde mich einmal interessieren wieviele der Eiferer gemerkt hätten, dass die Apatschen im Film Lakota sprechen, wenn RTL es nicht selbst kommuniziert hätte. Und welche Sprache/Dialekt benutzten eigentlich die Indianer in den alten Filmen?
Und vor allem: Auch Karl May ging bei der Anwendung der Indianersprachen überaus frei mit den Sprachfamilien um.

Nun ja, aber was spielt es denn für eine Rolle, wie die Indianer in den alten Filmen gesprochen haben oder in den May-Romanen? Wir haben heute das Jahr 2017 und nicht mehr 1962 oder 1893. May war weder Ethnologe noch Sprachwissenschaftler und wahrscheinlich hätte er zu seiner Zeit in ganz Europa niemanden finden können, der die betreffenden Textpassagen für ihn ins Mescalero hätte übersetzen können. Daher mache ich KM bei der fehlerhaften Beschreibung seiner Apachen auch keinen Vorwurf.
Und bei den klassischen US-Western, die so Mitte des letzten Jahrhunderts gedreht wurden, hat man auf ein authentisches Bild der Indianer noch keinen Wert gelegt. In den letzten Jahrzehnten wurden Indianer in den amerikanischen Filmen aber immer authentischer dargestellt. Die Sehgewohnheit hat sich dadurch geändert. Vor allem deswegen kommen uns heute die Apachen in den Winnetou-Filmen der 1960er so lächerlich kostümiert vor, während das damals fast niemanden aufgefallen ist. Lange Rede kurzer Sinn, die Fehler der Vergangenheit sind kein Grund sie heute trotz besserem Wissen fortzusetzen.
Die Neuverfilmung halte ich aber keineswegs für schlecht. Wenn ich May ausblende, halte ich Teil 1 und 3 sogar für gelungen. Dennoch bin ich nicht mit allem einverstanden, wie zum Beispiel der Pseudo-Authentizität, die Stölzl mit seiner Darstellung der Apachen als Prärieindianer geschaffen hat. Ich bringe dieses auch nicht mit der Aussage seiner Filme in Einklang. Einerseits sind die Filme ein Plädoyer für die Sache der Native Americans, andererseits ist es von Stölzl respektlos, wenn er von den Indianern ein solch stereotypes Bild zeichnet. Die indianischen Völker sind so unterschiedlich wie die europäischen Völker, auch wenn wir in Europa die Unterschiede nicht erkennen. Es würde jedenfalls in Hollywood keinem Regisseur einfallen, in einem Film über das Dritte Reich oder den WK2 deutsche Soldaten in russische Armeeuniform zu stecken und schwedisch reden zu lassen, egal wie viele Zuschauer weltweit diesen Fehler überhaupt bemerken.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Bärentöter » 02 Feb 2017 16:56

Wenn man da halt von einem Soundtrack sprechen kann. Für mich war das leider reine belanglose Untermalungsmusik zu einem Film. Die Musik zur
"Schwarzwaldklinik" sollte wirklich Martin Böttcher machen (er war auch erste Wahl). Aber schon damals stimmte der Etat nicht. Schließlich komponierte
dann Hans Hammerschmid den Sound. Die Musik von Martin Böttcher welche in der "Schwarzwaldklinik" erklingen sollte, war dann im "Forsthaus Falkenau" zu hören (zumindest in den ersten 14 Episoden).

Joachim F.
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Joachim F. » 02 Feb 2017 21:09

IDDOC hat geschrieben:
Hankashee hat geschrieben:
Hätte man, da man ja die Welt der Indianer realistischer darstellen wollte, auch mal berücksichtigen können.


Richtig man haette ja zeigen können wie Lakota Crow Frauen und Kinder grausam zu Tode quälen,dafuer waren sie beruechtigt und ein paar mehr betrunkene Indianer hatten dem ganzen auch einen mehr realistischen Anstrich gegeben.

Forist Hankashee hat hingewiesen, dass bei den meisten Stämmen (auch der Mescalero) die Häuptlingswürde durch Mehrheitsentscheidung weitergegeben wurde. In der Neuverfilmung wurde es aber so dargestellt, als gäbe es eine Vererbung der Häuptlingswürde (Blutlinie). Mehr hat Hankashee nicht geäußert.
Was hat das also mit den Lakotas zu tun? In keinem der drei Teilen geht es um die Lakotas. Erklären Sie also mal, warum man hätte zeigen sollen, wie Lakotas, Frauen und Kinder der Crows zu Tode quälen. Und vor allem, belegen Sie diese Behauptung.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 02 Feb 2017 21:29

Danke!

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 02 Feb 2017 21:32

Bärentöter hat geschrieben:Die Musik zur "Schwarzwaldklinik" sollte wirklich Martin Böttcher machen (er war auch erste Wahl). Aber schon damals stimmte der Etat nicht. Schließlich komponierte dann Hans Hammerschmid den Sound. Die Musik von Martin Böttcher welche in der "Schwarzwaldklinik" erklingen sollte, war dann im "Forsthaus Falkenau" zu hören (zumindest in den ersten 14 Episoden).
Ach guck, wieder was gelernt. Ich hatte irgendwo gelesen, dass Martin Böttcher das komponiert hätte.
Wie auch immer: Die Original-Winnetou-Melodien höre ich, wenn überhaupt, als sentimentale Kindheitserinnerung. Würde ich sie heute kennenlernen, würden sie mir sicher nicht gefallen.
Aber deshalb bin ich dem Komponisten der neuen Filmmusik in gewisser Weise dankbar: Er hat mir ein paar heute hörbare und genießbare Versionen dieser Kindheits-Melodien geschenkt. Das ist doch was.

Hankashee
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Hankashee » 02 Feb 2017 21:36

Joachim F. hat geschrieben:Dennoch bin ich nicht mit allem einverstanden, wie zum Beispiel der Pseudo-Authentizität, die Stölzl mit seiner Darstellung der Apachen als Prärieindianer geschaffen hat. Ich bringe dieses auch nicht mit der Aussage seiner Filme in Einklang. Einerseits sind die Filme ein Plädoyer für die Sache der Native Americans, andererseits ist es von Stölzl respektlos, wenn er von den Indianern ein solch stereotypes Bild zeichnet. Die indianischen Völker sind so unterschiedlich wie die europäischen Völker, auch wenn wir in Europa die Unterschiede nicht erkennen. Es würde jedenfalls in Hollywood keinem Regisseur einfallen, in einem Film über das Dritte Reich oder den WK2 deutsche Soldaten in russische Armeeuniform zu stecken und schwedisch reden zu lassen, egal wie viele Zuschauer weltweit diesen Fehler überhaupt bemerken.
Ja, da ist was dran, das stimmt. Ich nehme aber an, dass es für mehr Genauigkeit nicht gereicht hat, wie es eben auch für einiges andere offenbar nicht gereicht hat...
Trotzdem erscheint mir die Darstellung indianischen Lebens hier einigermaßen glaubwürdig, im Gegensatz zu den alten Filmen.

IDDOC
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon IDDOC » 03 Feb 2017 03:06

Joachim F. hat geschrieben:
Was hat das also mit den Lakotas zu tun? In keinem der drei Teilen geht es um die Lakotas. Erklären Sie also mal, warum man hätte zeigen sollen, wie Lakotas, Frauen und Kinder der Crows zu Tode quälen. Und vor allem, belegen Sie diese Behauptung.



Well ,um die Apachen gehts in den Filmen es mit Sicherheit nicht.

Zur Brutalität der Lakota gegenueber anderen Plains Indians

Bob Drury
The Heart of everything that is
2014

Was den Alcohol und Drogenkonsum der Lakota angeht
http://articles.latimes.com/2013/mar/05 ... s-20130305
http://www.voanews.com/a/the-devil-on-y ... 76782.html
Dazu gibt es noch unzählige leicht zugaengliche offizielle Statistiken.

Diese wahre Affenliebe zu den Plains Indians erscheint mir schon sehr deutsch, wobei May die Lakota oder wie er sie nennt Sioux ja meist als blutruenstige ,steinzeitliche Krieger beschrieb und der Wahrheit schon sehr nahe kam.

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