Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Winnetoukarlmay2016
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Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 24 Dez 2016 19:35

Hallo,

seit gestern gibt es den neuen Winnetou-Dreiteiler von Rat Pack und RTL auf DVD und Bluray zu kaufen. Ich habe die DVD geholt und angeschaut und muss sagen, dass ich begeistert bin. Die drei Filme sind echt top geworden. Das hat man vorher nicht gedacht. Obwohl Teil 1 und 3 richtig gut sind, ist der 2. Teil etwas schwächlich, dennoch Ok. Dennoch sind Wotan Wilke Möhring und Nik Xhelilaj als Old Shatterhand und Winnetou echt überzeugend. Damit ich aber allen nicht die Ausstrahlung sowie die Spannung im Fernsehen nehme, will ich nicht mehr verraten. Viel Spaß beim gucken!!!

Frohe Weihnachten!!!

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Rüdiger
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 24 Dez 2016 20:12

... und rechtzeitig zum Film ist das Forum wieder da. Ich nehme mal an, daß hier ab morgen abend die Hütte voll sein wird ...

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 24 Dez 2016 21:12

Auf jeden Fall, alle, die über den neuen Winnetou noergeln, verpassen etwas.

Shatterhand24
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Shatterhand24 » 24 Dez 2016 23:40

Gestern war es endlich soweit, der neue Winnetou Dreiteiler erschien auf BluRay, DVD sowie in einer Limited Edition. In dieser Rezension möchte ich auf die genannte Limited Edition und die Filme eingehen.

Als erstes komme ich zu der Limited Edition:

Diese trudelte pünktlich am 23.12.16 ( wie von Amazon versprochen) bei mir ein.
Bestehen tut sie aus einer Holzbox in Westernstil auf dessen vorderseite der Schriftzug Winnetou " Der Mythos Lebt " eingebrannt ist. Im Inneren der Box befinden sich eine geprägte Münzen ( auf dessen Vorderseite Winnetou & Old Shatterhand und auf der Rückseite der Winnetou " Der Mythos Lebt " Schriftzug und im Hintergrund ein Berg und ein Adler zu sehen sind ), ein Plakat auf dessen Rückseite eine Landkarte mit allen Handlungsorten der Filme abgebildet sind und vier Postkarten auf denen jeweils die Hauptfiguren der drei Filme zu sehen sind. Und dann natürlich die Filme. Diese befinden sich in einem Pappschuber, der wie die Box in einem Holzlook gestaltet wurde. Dort drin befinden sich dann die drei BluRay Disc der jeweiligen Filme. Die Disc Cover tragen jeweils das gleiche Cover wie bereits die Bücher und die Hörspiele. Zusätzlich zu den Filmen befinden sich auf den Disc von Teil 1 und 2 Deleted und Extended Scenes sowie ein 2 Teiliges Making Of. Auf der Disc des 3 Teils befinden sich ebenfalls Extended Scenes, ein VFX Making Of, alle Teaser und Trailer der neuen Filme sowie noch einige Trailer zu anderen Filmen. Die Menüs sind in jedem Film etwa gleich aufgebaut. Sie bestehen jeweils im Hintergrund aus den Plakaten der jeweiligen Filme und im linken Teil des Bildes eines kleinen Fensters mit Ausschnitten der jeweiligen Filme, darunter dann die je weilen Menüpunkte ( wie: Film Starten, Einstellungen und Extras).

Nun komme ich aber zu den Filmen:

Einleitung:

Als ich erfuhr das Winnetou neu verfilmt werden soll, war ich völlig aus dem Häuschen. Auch als ich erfuhr das die Filme von RTL produziert wurden, minderte dies meine Vorfreude nicht. Dann begann ein Jahr voller ungeduldiges Warten, das durch die sehr schön gestalteten Teaser und den tollen Beiträgen der Winnetou 2016 Facebook Seite verkürzt wurden. Mitte November war es dann endlich so weit, der erste richtige lange Trailer und die Website der Filme wurden veröffentlicht, und gaben uns einen guten Einblick in die neuen Filme. Kurze Zeit später erschienen dann die Bücher, den wundervollen Soundtrack und die sehr schön gestalteten Hörspiele von Europa. Und dann begann die letzte Woche voll angespannten warten und dann waren die Filme endlich da.

Und nun nach all dem warten stellt sich die Frage wie sind die Filme den?

Und das lässt sich ganz einfach beantworten: Sie sind einfach super. Sie stehen den alten Filmen der 60er in nichts nach und sind sogar stellen weise näher an den Büchern wie die alten Filme.
Die Schauspieler sind bis in die Kleinste neben Rolle Top besetzt. Und dabei muss ich die Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring und Nik Xhelilaj besonders hervorheben. Sie Harmonieren so gut mit einander, vom ersten aufeinander treffen bis hin zur letzten Szene der beiden Schauspieler merkt man sofort das sich auch wie in vielen Interviews berichtet, Privat eine Freundschaft zwischen den beiden entwickelt hat. Einen Vergleich zwischen Nik und Pierre werde ich aber nicht anstellen, da Nik die Rolle ganz anders anlegt und auch im Drehbuch ganz anders angelegt wurde, genau das gleiche bei Wotan und Lex, auch ihre beiden Interpretation von Old Shatterhand unterscheiden sich gruntiefst. Ich meines Teils muss nur sagen, wo für mich jetzt wahrscheinlich viele hassen werden, das ich die neuen Blutsbrüder um Welten besser finde als die alten. Den zum ersten Mal spürt man die wirkliche tiefe Freundschaft der Blutsbrüder, die ich in den alten Filmen zwischen Pierre und Lex " leider " nie so gespürt habe. Aber auch zwischen den anderen Schauspieler wie z.B. Milan Peschel, Jürgen Vogel, Mario Adorf oder Iazua Larios um nur einige zu nennen, kann mann keinen Vergleich ziehen weil sie ihre Rollen so ganz anders anlegen als die Darsteller der alten Filme. An diesem Punkt möchte ich möchte ich dann einmal auf Jürgen Vogel eingehen. Er verkörpert die Rolle des Rattlers nämlich genau so wie sie ich sie mir beim lesen der Bücher immer vorgestellt habe. Und das ist auch ein Punkt der mir bei den neuen Filmen sehr gut gefält, den die Rolle des Rattlers hat mir in den Filmen der 60er sehr gefehlt.
Insgesamt besitzen die Filme einen überrausragenden Cast der zum Erfolg der neuen Filme beitragen wird.
Kommen wir nun zur Kamera, die ich mich echt umgehauen hat. Die Filme brillieren mit mit tollen Landschaftsaufnahmen und absolut guten Kamera fahrten. Was leider auch in den Filmen der 60er durch die damaligen Möglichkeiten nicht so umgesetzt werden konnte wie heute. Ein großer Unterschied zu den alten Filmen ist auch, das ein Teil der Filme am Computer entstanden sind. Und das will ich garnicht zum Nachteil auslegen, im Gegenteil es bringt den Film einige tolle Szenen, darunter auch eine der besten Szenen für mich der Filme ( den Kampf um die Brücke) die ja zum größten Teil am Computer entstanden ist. Einen weiteren besonderen Aspekt der Filme sind die wundervoll gestalteten Kostüme die ja fast alle per Hand entstanden sind. An ihnen merkt man das man sehr viel Liebe in die Filme gesteckt hat. Aber auch an der tollen Maske und den wirklich wundervollen Sets. Wenn man diese sieht fühlt man sich schon richtig in den Wilden Westen des 19 Jahunderts versetzt. Und so muss das doch sein ; )

Am Ende kann ich nur sagen das Philipp Stölzel und sein Team Fantastische Arbeit geleistet haben. Die Filme haben mich einfach mitten ins Herz getroffen , das mir sogar Freudentränen kamen.

Der Dreiteiler hat mich auf ganzer Ebene überzeugt und bekommt deshalb:

Winnetou - Eine neue Welt
10 von 10 Punkten

Winnetou - Das Geheimnis vom Silbersee
10 von 10 Punkten

Winnetou - Der letzte Kampf

10 von 10 Punkten

Und ist damit absolut zu empfehlen.

Die alten Filme sind legendär und die neuen Filme sind drauf und dran das auch zu werden ; )
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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon mugwort » 25 Dez 2016 12:29

Ich bin so geflasht von den Filmen, dass ich zu einer objektiven Darstellung noch gar nicht in der Lage bin. Wenn ich alle drei noch ein paar mal geguckt habe, bin ich zu einer ernsthaften Diskussion in der Lage :-)

Das einzige, was mich spontan "geärgert" hat: Man hat den Eindruck, dass die Zeitspanne von Film 1 Anfang bis Film 3 Ende maximal 2 Jahre umfasst. Das ist irgendwie blöd, die Freundschaft zwischen Shatterhand und Winnetou währte mehr als ein Jahrzehnt - und wo, bitteschön, bringt man dann Handlung für weitere Filme unter??? Ich hätte ja gerne noch einen Old Surehand und einen Old Firehand als Film.....

Schöne Weihnachten noch an alle und viel Spaß heute abend!

Irmgard

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Karl-Heinz Becker » 25 Dez 2016 17:35

Ich habe den ersten Teil „Winnetou – Eine neue Welt“ schon im November über die RTL Presse gesehen – und war nur enttäuscht. Das Drehbuch ist schwach. Verdreht alles, was von Karl May ist oder seinem Geist entspricht. Es gibt zwar gute Schauspielszenen – Stölzl kann die Darsteller gut führen, wie einst Siodmak –, aber sowie es zu Kampf- und Landschaftsszenen kommt, schwächelt auch er. Und seine Liebe für Verdunkelungen (siehe Medicus) kommt ebenfalls durch. Die Musik von Heiko Maile hat auch nichts an sich, und die Male, in denen er Martin Böttchers Old-Shatterhand- oder Winnetou-Melodie intoniert, ist wenig bedeutungsvoll. Schade.

Die Figur des Old Shatterhand ist total vom träumend-angeberischen Karl May überlagert. Bis zum Ende des Films wirkt er linkisch und wenig draufgängerisch, eher devot. Karlchen wird streckenweise tölpelhaft präsentiert. Das Greenhorn-Motiv ist daher völlig überzogen. Bis zur letzten Minute spielt er mit Sammelbildchen, siezt Banditen, Bardamen, Indianer und sogar Winnetou.
 
Die Vorlage ist völlig verdreht, das erinnert sehr an den Stil mancher Freilichtinszenierungen. Bancroft hat das Sagen im Camp, nicht Old Shatterhand. Dafür ist B. nüchtern, aber seine Frau trinkt. Rattler ist der Chef eines Killer- und Sprengkommandos, auch er ist May übergeordnet. Sam Hawkens hat ebenfalls eine andere Vita.
 
Nscho Tschi ist die Schamanin des Mescalero-Stammes. Sie fragt OS, an welche Götter er glaubt. Antwort: “Ich bin zwar christlich getauft, glaube aber an die Vernunft.” Und das bei den diversen geistlichen Szenen und Aussagen Mays! Unfassbar.
 
Ebenfalls entgegen Karl Mays-Stil: Um den Eisenbahnbau zu verhindern, sprengen schließlich OS, Winnetou und einige Apachen die gewaltige hölzerne Eisenbahnbrücke in die Luft. Bekanntermaßen waren die Blutsbrüder eher aufbauend tätig und nicht zerstörend. In der Situation bleibt übrigens Komponist Maile sich nicht treu. Sonst zitiert er immer wieder mal die OS- oder Winnetou-Melodie. Bei der Brückensprengung hätte er den River-Kwai-Marsch intonieren müssen.
 
Als die Apachen Roswell angreifen, werden sie von Rattler und seinen Banditen massakriert, mit dem Vorläufer eines Maschinengewehrs. Kein Wunder, möchte man sagen, schließlich ist auch Adolf Hitler (Er ist wieder da) mit von der Partie, sprich sein Darsteller Oliver Masucci. Und sämtliche Prärie- und Reitszenen finden in ein und demselben Areal auf der Velebit-Hochebene statt. Einfallslos.
 
Insgesamt gesehen ist das Buch phasenweise dümmlich, atmet nicht ansatzweise den Geist von Karl May. Positiv: Der Beginn das Films hat eine gute Atmosphäre. Auch der Gag mit Marie Versini in der Eisenbahn ist gelungen. Das Greenhorn nimmt man May zu Beginn auch ab, aber nicht auf Dauer. Ethnografisch kommen die Indianerszenen zumeist gut rüber.
 
Fazit: Streckenweise ein Indianerfilm, aber weder ein Karl-May- noch ein Abenteuerfilm. Ich hatte nach dem Betrachten große Sehnsucht nach Lex und Pierre in den beiden ersten Winnetou-Filmen und habe in den Schatz im Silbersee reingeschaut. Daher ist der Dreiteiler vorerst für mich gegessen.
 
Ansonsten haut RTL derzeit mit dem Winnetou-Werbehammer nur so um sich. Plakate, große Anzeigen,Trailer, Dokus, Jauch-Quiz usw. Und das nur, weil der Sender den Schrott in allen Seh- und Hör-Variationen verkaufen will. Hoffentlich bleibt er darauf sitzen.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 25 Dez 2016 18:32

Ich würde ja bei Kritik erst warten, wenn man alle drei Filme gesehen hat. Da reicht ein Teil nicht aus. Und darüber meckern und die Filme als Schrott zu bezeichnen, bevor man die beide anderen Teile gesehen hat, ist in diesem Fall auch der falsche Weg. Ausserdem ist es ja eine Neu-Interpretation des Stoffes und da ist es klar, dass zwischen Karl May und der Realität ein grosser Unterschied liegt. zumal die Filme realistisch angelegt sind und das ist auch gut so. Die Filme aus den 60er Jahren waren von der Handlung ja auch anders und dennoch finden sich in den neuen Filmen einige Bezüge zu den Büchern von Karl May und man bekommt als Zuschauer so manche Dinge zu sehen, die man damals und auch in den Büchern nicht zu sehen bekommen hat., z.B. Old Shatterhand heiratet Nscho-tschi und will mit ihr eine Familie gründen. Die Produktion hat sich ja Gedanken gemacht und zeigen wollen, wie manche Sachen hätte sein können, wenn Nscho-tschi nicht von Santer erschossen worden wäre. Man kann sagen, sie hat eine Eigenhandlung geschaffen. Und die Filme sind ja auch dazu gemacht, um die Jugend an den Stoff und den Mythos Winnetou auf moderne Weise, auf die heutige Zeit abgestimmt, wieder heranzuführen und die Geschichten von Karl May zu verdeutlichen. Und die Filme sind in diesem Fall echt gut umgesetzt und sind mit den damaligen Filmen in keinster Weise zu vergleichen. Aus diesem Grund sollte man ihnen eine Chance geben. Und das die Musik von Martin Boettcher nicht zu stark hören ist, ist aber auch Ok, denn bei einer Neuauflage ist es schon richtig, die Musik nicht ständig zu hören, wie damals sondern auch dann, wenn sie zum Richtigen Zeitpunkt erklingen sollte. Selbst an manchen Stellen hört man noch die Winnetou- bzw. Old-Shatterhand-Melodie heraus.

Ps: Wer das noch nicht mitbekommen hat, ist, dass die Filme beim deutschen Fernsehpreis 5x nominiert sind unter anderem als bester TV-Mehrteiler sowie bei der Goldenen Kamera und beim Jupiter Ward. und das meiner Meinung nach absolut verdient. Ich drücke die Daumen, dass es eine Auszeichnung gibt.
Zuletzt geändert von Winnetoukarlmay2016 am 25 Dez 2016 18:52, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 25 Dez 2016 18:33

Karl-Heinz Becker hat geschrieben:fragt OS, an welche Götter er glaubt. Antwort: “Ich bin zwar christlich getauft, glaube aber an die Vernunft.” Und das bei den diversen geistlichen Szenen und Aussagen Mays! Unfassbar.

Die Antwort läßt an Lessings "Ein Mann wie Du bleibt da nicht stehen wo der Zufall der Geburt ihn hingeworfen" denken und entspricht, wenn man das "glaube aber an die Vernunft" etwas passender vielleicht in etwa mit "habe aber meinen eigenen Kopf" interpretiert, durchaus Karl May.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 25 Dez 2016 18:37

Winnetoukarlmay2016 hat geschrieben:die Winnetou bzw. Oldenburg Shatterhand Melodie

Hübsch, was da offenbar die Autokorrektur gebastelt hat ... Ich habe die alten Filme damals vor um die fünfzig Jahren tatsächlich in Oldenburg gesehen ...

:-)

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 25 Dez 2016 18:45

Ist schon korrigiert.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 25 Dez 2016 18:50

Schade.

:-)

(Außerdem, wenn schon Bindestrich, dann nach Shatterhand)

;-)

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Cinemascope » 25 Dez 2016 19:23

Ich gebe Karl Heinz Becker in allen Punkten Recht. Der erste Teil ist ein solide gemachter TV-Wetsern, mehr aber auch nicht.
Persönlich finde ich es unfassbar welche Lobeshymnen hier auf die Filme in einem Karl MAy-Forum(!) losgelassen werden.

Für mich fehlt der Geist Karl Mays völlig. Vieles ist schlichtweg aus "Dances with wolves geklaut" oder angelehnt.
Die beiden könnten auch Silberpfeil und Falk oder " Reno Kid und Araphao" sein. Völlig egal.
Der Film ist in der Machart der heutigen "Massenabfertigungskino-Gesetze" gemacht und daher kommt er ersteinmal bei vielen gut an.
Er spricht die heutigen Sehgewohnheiten der Kinogänger an.

Im Soundtrack fehlen klar die eingängigen Passagen. Irgendetwas was Gänsehaut erzeugt und vorallem Wiedererkennungswert hat. Da wäre so viel Potential drin gewesen. Heiko Maile hat die Kraft Böttchers Musik auch nicht ansatzweise verstanden, leider. Übrigens viele nicht, was man oft an Ausschnitten zu seiner Musik erkennen kann, in denen wahllos seine grandiose Musik unter völlig falsche Bildszenen gesetzt wird.

Die Figur des Winnetou ist extrem schwach ausgelegt, was das Drehbuch betrifft. Keine tragenden Momente. Nur ein grausames Ritual auf der Brücke.
Ist das unser Winnetou?
Xhelilaj spielt einen tollen Indianer. Punkt. Es gibt ein paar schöne Reitaufnahmen durch die kroatische Prärie. Aber das war es. Und wie Karl-Heinz schon schreibt. Es ist immer die selbe Location. Und ein Satz wie "Schwänze lutschen" gehört in meinen Augen nicht in einen Film mit der Zielgruppe unter 10 Jahren. Er ist einfach unnötig.

Insgesamt überrascht mich diese euphorisch-überschwengliche Kritik doch sehr und gipfelt doch in der Aussage, dass die Filme Kult-Potential mit ABlösung der alten Filme hätten.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 25 Dez 2016 19:36

Schließlich ist es ja ein moderner Winnetou und da ist nun mal nicht so alles, wie es Karl May beschrieben hat und aus diesem Grund sind alle positiv über das Ergebnis überrascht. Was damals war und heute ist, dass kann man nicht vergleichen und daher versucht man, den Stoff auf realistische Weise und in Form einer Neuinterpretation auf die heutig Zeit abgestimmt an den Zuschauer heranzuführen. Das ist auch ja auch klar, dass die Melodien von Martin Böttcher nicht mehr so Gänsehaut Feeling bringend in den Filmen zu hören ist.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Cinemascope » 25 Dez 2016 20:09

Es muss ja auch nicht die Musik von Böttcher Gänsehaut-Feeling erzeugen (was sie aber immer tut, wenn richtig eingesetzt und vorallem auch instrumentalisiert), sondern irgendein tolles Stück von Herrm Maile.. Eine Art Identifikationamelodie zu den Filmen.
Da war ja die Musik zu "Legende vom SIlbersee" eingängiger.
Das einzige was ich hier Herrn Maile oder vielleicht auch Herrn Stölzl sehr sehr hoch anrechne ist die Tatsache, dass sie die Musik nicht wie heute üblich zur Dauerberieselung genutzt haben. Um so trauriger, dass sie trotzdem nur einfach dahinplätschert und das Winnetou-thema missbraucht.
Ich denke das die Kernaussagen eines 63er Reinl Filmes genauso gut in die "moderne Zeit" übertragen werden können. Edelmut, Treue,Respekt, Güte, Menschenfreundlichkeit u.v.m. Das hat überhaupt nichts mit modern oder unmodern zu tun.
Und so wie Karl MAy seinen Old Shatterhand beschreibt, will ich ihn auch nicht auf der Leinwand sehen.
Ist es jetzt modern Shatterhand im Bett einer Prostituierten aufwachen zu sehen, fäkalsprache eines Rattlers ertragen zu müssen,oder Winnetou grausam Rache nehmen zu sehen? Modern wäre es gewesen vom Mainstream abzurücken und etwas EIgenes auf die Beine zu stellen. Aber das bringt eben kein Geld. Was wir hier sehen ist Kinomainstream in Reinkultur. Die Winneou-FIlme damals waren modern. Insofern dass man das Wagnis einging etwas zu produzieren, was es in dieser Form noch nie gegeben hatte. Einen Märchen-Western.

@ Karl-Heinz Becker

Ich habe Lex Barker in manchen Szenen ebenfalls sehr vermisst.

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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Beitragvon Rüdiger » 25 Dez 2016 22:32

Hm ... hm ... hm.

Zunächst war ich recht angetan. Das legte sich aber etwa ab der zweiten Hälfte des Films ... und die Brückensprengung geht gar nicht. Da wird die Handlung komplett umgedreht. Noch dazu in ellenlanger, nicht endenwollender fader 'Action' ... Bei sowas langweile ich mich grundsätzlich sozusagen zu Tode.

Der Reihe nach ... gegen Anfang ist die Musik einmal atmosphärisch sehr überzeugend. Auch das legt sich leider im Laufe der Zeit.

Rattler als Unterweltungeheuer da im Tunnel erinnert an Polyphem den Einäugigen ... ist gar einmal so ausgeleuchtet daß er tatsächlich einäugig aussieht. Da hat man einen kleinen Halunken ein bissel arg in Richtung Megabösewicht aufgeblasen.

Der Vergleich mit den alten Filmen fällt aber positiv für den neuen aus. Bei den alten Filmen pflege ich mich, wenn ich denn mal reingucke, zu langweilen, hier kommt wirklich Spannung auf, und vor allem, man hat das Gefühl, es mit wirklichen Menschen zu tun zu haben, das war in den alten Filmen eher selten.

Sam Hawkens endlich mal das was er halt ist, ein abgefahrener, sarkastischer Freak, keinesfalls eine Witzfigur. Sehr gut.

Old S wird von seinen Leuten hilflos im Stich gelassen, eine Maysche Erfahrung, wie sie in anderen Büchern von ihm und mit anderen Figuren vorkommt. Insofern durchaus ein Mayscher Moment. - Seltsam, wie flott er dann plötzlich auf den Beinen ist ...

Positiv fällt auf, das in diesem Film deutlich wird, daß Schießen, Kämpfen, Töten usw. mit äußerst unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden ist und eben keineswegs bunte Unterhaltung für die ganze Familie ... Hier wird Elend und Leiden gezeigt, und das ist angemessen.

Hübsche Idee, daß Old Shatterhand über den ihm verliehenen Namen lachen muß ...

Die Sache mit dem Getauftsein und der Vernunft hat Herr Becker falsch zitiert. So wie es im Film gesagt wird, bedeutet es wohl tatsächlich daß Shatterhand / May eher nicht religiös ist und das ist freilich falsch.

Hübsch, die lange Unterhose, und die Sammelbilder ...

Für den Bancroft hat man einen kongenialen Darsteller gefunden. Feine Leistung.

Massaker bei Grammophonmusik, sehr eindringlich. Nicht May, aber überzeugend.

Am Ende mit Sam Hawkens und dem Skalp hat man ein wenig das Gefühl, der Film verkaspert sich selbst ...

Das Ereignis ist Wotan Wilke Möhring. Völlig anders als man ihn sonst kennt, verblüffend wandlungsfähig. Sympathisch. Überzeugend. Anrührend.

Gesamteindruck: SEHR gemischt ...

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