Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Gibson93
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Gibson93 » 06 Sep 2016 21:07

@Winnetoukarlmay2016: Die von Ihnen beschriebenen Gags sind so hauptsächlich gar nicht abgelaufen. Zum Beispiel hat Nicolas König (Ovuths-Avaht) nur gesagt: "Winnetou, ich werde dich vermissen". Der Satz "Jetzt geht es für mich in die Hölle, Hölle, Hölle", sagte Dirc Simpson (Knox) als er von Oliver Stritzel (Cornel Brinkley) erschossen wurde.

@Rüdiger: Man muss wirklich dabei gewesen sein und natürlich ist es hilfreich wenn man vorher in einer "normalen" Vorstellung war. Ihr Kommentar ist das gleiche als wenn ich mir eine Aufzeichnung von Elspe oder Dasing auf DVD anschaue und sage, dass sie bei weitem nicht an Bad Segeberg rankommen.

Hermesmeier

Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Hermesmeier » 06 Sep 2016 21:20

Zum Verständnis: Bei Rüdiger ist die Fallhöhe eine ganz andere, nämlich die zwischen richtigem Theater mit echten Schauspielern und dem, was Volksmassen dafür halten. Bei ihm geht's ganz gewiss nicht um den Unterschied zwischen life und Konserve bzw. Amphitheater und Guckkasten.

Rüdiger
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Rüdiger » 06 Sep 2016 21:26

In diesem Fall ging's einfach nur um komisch oder nicht komisch ... und auch da sind die Geschmäcker halt verschieden.

Winnetoukarlmay2016
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 06 Sep 2016 22:02

@Gibson93. Dann hat sich derjenige falsch ausgedrückt, der die Gags zusammengefasst hatte, denn ich hatte die Gags in einem Abschlussbericht einer Segeberger Zeitung im Netz gefunden und sie nochmal hier veröffentlicht.

Hermesmeier

Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Hermesmeier » 06 Sep 2016 22:43

Und schon wird offenkundig, weshalb man Quellen angeben muss, wenn es nicht auf dem eigenen Miste wuchs.

Winnetoukarlmay2016
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 12 Sep 2016 17:08

Wie fandet ihr das diesjährige Stück in Bad Segeberg nach folgenden Kriterien?:

- Bühnenbild
- Handlung
- Spannungsaufbau
- Kostüme
- Musikauswahl
- Textbuch
- Plakat 2016
- Jan Sosniok als Winnetou
- Besetzung (Hauptrollen)
- Gaststar und seine Rolle

PS: Seht auch im Thread "Elspe 2016" nach.
Zuletzt geändert von Winnetoukarlmay2016 am 12 Sep 2016 22:11, insgesamt 2-mal geändert.

silbersee
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon silbersee » 12 Sep 2016 21:01

Ich hab mich - vor allem, weil nicht lang im Forum - komplett zurückgehalten, als einige Nutzer sich (nicht ganz zu Unrecht) über die Beitragsflut von winnetoukarlmay2016 ausgelassen haben. Aber Junge, überleg' doch bitte vor dem Verfassen eines Beitrages, was und wie du schreibst. Du fragst nach Kritik der User zu den diesjährigen Stücken in Segeberg und Elspe. Das ist ja mehr als legitim. Und was kommt dann? Ein Katalog an Kategorien, die der werte Antwortende "bitte" (immerhin) zu berücksichtigen hat. Ich gehe sehr davon aus, dass da nichts bös gemeint war - aber so wie es da steht ist es Bevormundung der anderen User, es wundert mich nicht, dass noch niemand geantwortet hat. Enthusiasmus (auch bzgl. der Neuverfilmung) in allen Ehren, aber bitte durchdacht, Korrektur gelesen habend und vielleicht mit eigenem Vorbild vorangehend. Wie hat es dir gefallen? Warum?

Und bitteschön, so absurde Kategorien wie "Meinung zum aktuellen Besucherrekord" - was soll der Quark. Da hat man keine Meinung zu, die diskutiert werden müsste. Den Rekord gibt es und fertig. Erwartungen an 2017 haben in einer Rezension zum aktuellen Stück auch nichts zu suchen...
Nichts für Ungut, musste mal raus. Vielleicht schreib ich was zu Elspe - nach meinem Geschmack, ohne Kriterien "abzuhaken"...

MFG
Erik

Hermesmeier

Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Hermesmeier » 12 Sep 2016 21:05

Thumbs up!

ben21
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon ben21 » 12 Sep 2016 21:50

http://m.ln-online.de/Lokales/Segeberg/ ... egeben-hat
Wenn jemand ein Abo hat, kann er ja mal das Interview kopieren und hier einfügen!

Hermesmeier

Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Hermesmeier » 12 Sep 2016 21:55

Dieser Aufforderung mag bitte niemand Folge leisten. Dieses Forum ist kein rechtsfreier Raum. Der Schutz des Urheberrechts gilt auch hier.

Winnetoukarlmay2016
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 12 Sep 2016 22:08

Hallo ben21!

Nur mal so ein Tipp!
Warte noch ein paar Tage ab, spätestens eine Woche und dann ist das Interview so wieso für aller Interessenten freigeschaltet. Ist bei diesen Artikeln dieser Presse oft so.

ben21
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon ben21 » 12 Sep 2016 22:32

Ok danke! Wusste ich leider nicht, dann soll dies natürlich niemand machen! Tut mir leid!

Al-No
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Re: Bad Segeberg 2016: "Der Schatz im Silbersee"

Beitragvon Al-No » 22 Okt 2016 22:39

Ich habe das Stück gesehen - live - , komme jetzt aber erst zum Schreiben.
Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen: ein flüssiger Spielfluss, sehr schönes Bühnenbild, die einzelnen Handlungsteile vom Umfang her austariert.

Trotzdem hat mir "Im Tal des Todes" leztes Jahr besser gefallen, trotz der Winzigmann-Eskapaden. Der Spannungsbogen war etwas höher.

Mit Neugierde habe ich auf den komischen Teil gewartet. Offen gestanden war ich entäuscht: Zwar war der Anteil genau richtig, aber wirklich gezogen haben Frank Roder als Hobble Frank (meine Wunschbesetzung) und Peter Nottmeier als Castlepool bei mir nicht. Ähnlich ging es mir 2009 schon mit Mathias Engel und Stephan A. Toelle. Ich sah mich in Sachen Komik mit der Frage konfrontiert, ob ich selbst nicht weiß, was ich will: Obwohl es mir mit Winzigmann (Patrick L. Schmitz) letztes Jahr zu viel wurde, war es irgendwie witziger, "runder".
Roder sah zwar aus wie im Buch, aber seine Maske war absolut seltsam: orangestichig-künstlich. An dem Tag muss irgendetwas schief gegangen sein. Mit der Bierfasskutsche kam ich an und für sich eher klar als mit den vorherigen Motivwagen Schloss und Tipi. Zum Dauergag drohte in der ersten Hälfte, meinem Eindruck nach, die anzüglich-charmante Begrüßung der Saloon-Mitarbeiterinnen zu werden: "Ladies...!". Seltsam war es, als Old Shatterhand da mitmachte. Bei Lord Castlepool war die Figurenzeichnung nicht überzeugend und widersprüchlich: mal wurde vorlagegemäß seine Abenteuerlust auf Honorarbasis bentont, dann wieder Gags über seine typisch schottische Geizigkeit gemacht. Wirklich unysmpathisch wurde er mir auf Butler´s Farm: an die Gegebenheiten angepasst kündete der Erzähler von einer kleinen Farm, was mich noch freundlich schmunzeln ließ. Etwas umständlich erfragte das Castlepool-Mobil nach Rasterlaubnis. Hier wurde nun die Ratchet(?) zum Einsatz gebracht: "Frank" Roder machte den alten Segeberger Gag, am Gummiseil durch die Tür ins Hausinnere gerissen zu werden. Was machte Castlepool? Er befand, jetzt mal weiter zu müssen, sofort; Frank könne ja nachkommen (sinngemäß); Kutsche Abfahrt. Au ja, mit so einem Kameraden möchte ich auch durch die Prärie ziehen.
Schade, Nottmeier wäre für den Lord aus dem Buch bestimmt eine gute Besetzung gewesen.

Gestartet war das Stück ein klein bißchen seltsam: Ich hatte erwartet, der eingerittene Indianer ("Kleiner Bär") würde eine Ansprache halten; stattdessen zogen alle einfach wieder ab. Beim Rodeo war zwar wieder die nicht gut mögliche Rasanz im engen Kalkbergrund zu erkennen, aber an und für sich war das eine schöne Füller-Idee. Susan Sideropoulos konnte sich hier gut als Moderatorin präsentieren. Ihre Rolle Ellen Patterson war natürlich völlig umgekrempelt: eine erwachsene und selbstbewusste Frau, welche sie sehr gut gespielt hat. Die völkerübergreifende Liebe hatte man allerdings letztes Jahr erst, wirkte auf mich nicht so "neu". Kreativ variiert hatte man das Thema allerdings mit der Rolle von Ellens Vater: Harald Wieczorek fand ich als sorgenden, vorturteilsgeladenen Ingenieur Patterson, der umdenken muss, überzeugend. Ihm und Dirc Simpson (Knox) hatte man beinahe die gleichen Kostüme wie 2009 verpasst. Überraschend schnell schienen auch seine und "Kleiner Bärs" Verletzung geheilt bzw. stabilisiert zu sein. Nun, harte Wild-West-Burschen halt.

Sideropulos kenne ich noch aus ihren Soap-Zeiten und habe mich gefreut, sie mal live zu sehen. Ich spekuliere, dass sie und der norddeutsche, langjährige Multi-Seriendarsteller Till Demtrøder gute Publikumsmagneten gewesen sind. Oliver Stritzel war mir bis dahin, räume ich ein, vollkommen unbekannt. Er hinterließ einen sehr guten Eindruck. Zwar hat sich mir Martin Semmelrogge als psychopathischer, zuckender Sadist Brinkley in die Erinnerung eingebrannt, aber Stritzel macht mit seiner ruhig-bedrohlichen Anlegung und seiner Stimme seine Interpretation auch sehr gut. Gut gefallen hat mir auch Joshy Peters, der als Missouri Blenter nicht unter die Räder der Star Power kommen musste. Wie mir aufgefallen ist, hatte er nun zum neunten Mal in Folge ein Bleichgesicht verkörpert. Wäre es mal wieder Zeit für einen Indianer? Als Letzterer war Philip Schwarz wieder gut, aber erwartungsgemäß nicht sehr groß angelegt. Ähnlich war es für Dirc Simpson. Hatte man Demtrøders Text noch nachjustiert? Ich hatte vorab bei den Wild-West-Reportern augegriffen, dass er sich sehr lässig, schon abwertend über Winnetous Erzählung der Schatz-Legende geäußert hatte. Einen lässigen Eindruck machte er schon, aber nicht zu sehr; vielleicht hätte man hier und da ("Ladies!") noch ein kleines bißchen nachbessern können. Insgesamt ein guter Old Shatterhand-Interpret; gerne wieder.

Es war schon etwas Besonderes, dass ein anderer Interpret nach 22 Jahren noch einmal in seine Rolle zurückkehrt: Nicolas König als "Großer Wolf". Er brachte wieder eine gute Leistung und kommt jünger herüber. Trotzdem blieb mein Wunsch bestehen, ihn in seinem nächsten Einsatz wieder als Weißen zusehen, wie 2012. Nicht so gut gefallen hat mir - auch wenn es gut gespielt war - , dass "Großer Wolf" hier wieder einmal der fehlgeleitete Nice Guy war und nicht der hinterhältige, wortbrüchige, gierige Charakter des Buches.
Insgesamt folgte man der Handlung und wichtigen Motiven des Romans gut. Begeistert bin ich seit drei Jahren immer wieder aus Neue vom Bühnenbild. Eine meiner Vorstellungen war schon mal, ob man den Kunstberg nicht etwas begrünen könnte. Eine Kletterszene auf einen (künstlichen) Baum in "Im Tal des Todes" schwebte mir vor. Nur gab es einen riesigen, künstlichen, kahlen Baum als Mittelpunkt der Bergszenerie. Das sah sehr gut aus, ebenso die Idee mit der im Bau befindlichen Eisenbahnbrücke auf der rechte Seite inklusive aus dem Fundus befreiter Lokomotive. Deren Auftritt war auch um Längen überzeugender als 2009. In Sheridan hat mir neben der Saloon-Terasse auch die Dachterasse als zusätzliche Spielfläche gut gefallen.
Zum Finale des Stücks wurde es nun wieder seltsam: Waren der Schatzwächter nun real oder ein Geist, eine Vision? Ich befürchte, dass der Autor hier wieder wie 2009 Übersinnliches im Sinn hatte. Das hätte es hier (für mich) wirklich nicht gebraucht.
Zum Schluss noch die Erinnerung an die schönste Szene: Brinkley und Knox sitzen pichelnd vor dem Saloon, während hinter ihnen ihre Steckbriefe angeschlagen werden. Lord Castlepool, dieser Einrichtung unwissend, fallen sie auf und er zeigt sie ihnen.

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