Am Rio de la Plata

Der Ölprinz
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Am Rio de la Plata

Beitragvon Der Ölprinz » 13 Jan 2017 20:49

Hallo,

ich schaue hier immer gern mal ins Forum, um mich mit anderen über alles rund um Karl May auszutauschen oder gegebenenfalls einfach bei interessanten Themen mitzulesen.
Momentan scheint das nicht zu klappen, da es offenbar hier nur noch um diese "tolle" neue Winnetou-Verfilmung geht.
Ich bin hier anscheinend der Einzige, der da nicht mitreden kann, da ich nur den ersten Teil (größtenteils) gesehen habe. Dies genügte um den Wert dieser Filme für mich persönlich einzuordnen.;)

Also mal ein anderes Thema. Ich habe gerade "Am Rio de la Plata" gelesen und war ganz angenehm überrascht.
Die Südamerika-Bücher scheinen ja allgemein nicht so besonders beliebt zu sein. Ich habe ja selber auch jetzt erst das Erste davon gelesen.
Mein persönlicher Eindruck war, wie gesagt ziemlich gut. Den Anfang fand ich nicht ganz so gelungen sonst aber eine schöne Karl May-Erzählung, wie ich Sie gerne lese.
Wie findet Ihr die beiden Südamerika-Bände?

Zu den "Cordilleren" kann ich noch nicht so viel sagen, eben erst angefangen...

Viele Grüße

Der Ölprinz

silbersee
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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon silbersee » 16 Jan 2017 21:10

Hab beide Bände erst recht spät gelesen - und war teils begeistert, teils gelangweilt.
Am Rio de la Plata
Der Beginn in Montevideo ist schon sehr gelungen - falsches Empfehlungsschreiben, das übliche, aber in neuer Umgebung interessante "Greenhorn-Spiel", der Ritt mit Madame Rixio sehr spaßig.
Ich finde interessant, dass May offenbar in den Orient- und Südamerika-Stofen deutlich "politischer" wird, als in den Wild-West-Stoffen, nebst Verwechslung mit Oberst Latorre (interessant die Parallele zu Morgensterns Ähnlichkeit mit Oberst Glotino im "Onka"-Roman...). Auch Bruder Jaguar und Gomarra als kompromissloser Rächer finde ich sehr gelungen Figuren.
Leider ein bisserl viel "Räuber und Gendarm" mit den Bola-Männern, das zieht sich schon... Schade auch, das die wunderbare Figur Turnerstick so blass bleibt, die Komik hat er hier ziemlich verschenkt.
In den Cordilleren
Was ein Schurke, der Sendador. Toll. Dann darf Almy Wilkins mit Klekih-petra in den südamerikanischen Dschungel umziehen und ein dem Leser völlig unbekannter Senor Pena mit Charley über gemeinsam erlebte Abenteuer seit langem bekannt sein, alle Begleiter werden Staffage (ob Yerbateros, Käptn nebst Bootsmann usw. - egal, der Schurke macht's!
So richtig rund ist das alles nicht, aber für meinen Geschmack meilenweit lesenswerter als das verschwurbelte Spätwerk und die Sammelbände "Am szillen Ozean" etc. Trotzdem: "Giölgeda padishanün" rulez!
Und für die Aktualität: den "Sendador" sähe ich gern verfilmt ;-)

Rüdiger
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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon Rüdiger » 18 Jan 2017 17:16

Ich finde auch den Beginn am reizvollsten bei "Am Rio", im weiteren Verlauf fällt das Buch dann doch stark ab. Auch den zweiten Teil finde ich insgesamt weniger reizvoll. Trotz Sendador und Eremit ...

allwanderer
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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon allwanderer » 18 Jan 2017 22:44

"Am Rio de la Plata" und "In den Kordilleren" sind mit dem Inkabuch mit die ersten Karl-May-Bücher gewesen, die ich gelesen habe. Ich fand sie sehr unterhaltsam.

Helmut
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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon Helmut » 19 Jan 2017 12:05

Mit dem "Senor Pena" habe ich mal "gakalauert", diesen (Herrn) Kummer (deutsch für Pena) kannte Karl May natürlich schon seit langem.

Und mit dem Sendador (immer wieder "festnehmen und wieder laufen lassen") habe ich mir mal folgende "Deutung" überlegt, jedem "Verbrecher" soll so lange die Möglichkeit zur "Umkehr" gegeben werden, bis er diese ergreift; denn hätte er (May) nicht auch so eine Chance bekommen, wer weiß, was dann passiert wäre. Ich denke, dass da wohl auch ein gut Teil Biographisches drinsteckt in diesen Südamerikaromanen.

Helmut

Der Ölprinz
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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon Der Ölprinz » 27 Jan 2017 14:26

Hallo,
also sagen wir; die Bücher sind gutes Mittelfeld...

Helmut hat geschrieben:Und mit dem Sendador (immer wieder "festnehmen und wieder laufen lassen") habe ich mir mal folgende "Deutung" überlegt, jedem "Verbrecher" soll so lange die Möglichkeit zur "Umkehr" gegeben werden, bis er diese ergreift; denn hätte er (May) nicht auch so eine Chance bekommen, wer weiß, was dann passiert wäre. Ich denke, dass da wohl auch ein gut Teil Biographisches drinsteckt in diesen Südamerikaromanen.
Helmut


Jetzt, nachdem Du es schreibst, klingt das sehr einleuchtend.
Interessant mit was für einer unterschiedlichen Wahrnehmung ein Buch gelesen wird. Ich versinke bei den Büchern Karl Mays eigentlich stets derart in der Geschichte, dass ich nicht darüber nachdenke, wieso er dieses und jenes so und so geschrieben hat. Was ja auch nicht schlecht ist. Dafür kann man sich hinterher, beispielsweise hier, damit befassen.

Gruß

Der Ölprinz

Helmut
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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon Helmut » 27 Jan 2017 16:47

Das man durch die Handlung erstmal gefesselt ist, das ist ja gerade das schöne an der May-Lektüre.
Aber das weitere Schöne ist, wie ich finde, dass man auch durch mehrmalige Beschäftigung mit den Büchern immer wieder neue und sehr spannende Dinge zu entdecken sind.

Helmut

Rüdiger
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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon Rüdiger » 27 Jan 2017 16:59

Genau. Ich "versinke" ebenfalls beim Lesen, aber sozusagen in den verschiedenen Ebenen gleichzeitig ... So denke ich z.B. bei Murad Nassyr deutlich mehr an Münchmeyer als an einen ägyptischen Sklavenhändler und beim Bruder Jaguar mehr an Kochta als an einen Südamerikaner ...

Der Ölprinz
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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon Der Ölprinz » 27 Jan 2017 20:13

Hallo, ich kann gut nachvollziehen, wie ihr beiden das meint.
Mir geht es bei den wenigen Büchern die ich bis jetzt mehrfach gelesen habe (Weihnacht, Der Sohn des Bärenjägers, Winnetou 1, Orientzyklus u. a.) genauso.
Ich habe allerdings ein wenig Angst das die "kindliche" Freude (ich weiß gerade nicht wie ich das anders ausdrücken soll), die ich beim Lesen eines KM-Buches derzeit noch empfinde, verloren geht, wenn ich mich zu sehr mit der Biografie Mays beschäftige. Er wird dann gleichzeitig ja auch irgendwie "entzaubert".
Naja, noch habe ich einige Bücher vor mir, die ich bisher noch gar nicht gelesen habe. Und ich lasse mir Zeit damit. Aber ich denke in 1, 2 Jahren werde ich dann wohl auch alles gelesen haben. Dann heißt es auch bei mir, je nach Lust und Laune, wieder von vorne anfangen. Denn einfach mit dem KM-Lesen aufhören - das geht ja gar nicht;)

Viele Grüße

Der Ölprinz

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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon Der Ölprinz » 12 Mär 2017 12:50

Hallo,

so, nun bin ich mit den "Cordilleren" auch durch.

Persönliches Fazit:
Die Bücher gehören für mich sicher nicht zu den Glanzlichtern Karl Mays.
Ein schönes Lesevergnügen bereiteten sie mir natürlich trotzdem! ;)

Gruß

Der Ölprinz

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Re: Am Rio de la Plata

Beitragvon allwanderer » 17 Mär 2017 09:27

Der Ölprinz hat geschrieben:Persönliches Fazit:
Die Bücher gehören für mich sicher nicht zu den Glanzlichtern Karl Mays.
Ein schönes Lesevergnügen bereiteten sie mir natürlich trotzdem! ;)
Gruß
Der Ölprinz


Schön, dass Dir "Plata und Kordilleren" gefallen haben, Ölprinz!
Hätte Karl May nur Wild-West-Geschichten geschrieben, wäre ich ihm nicht jahrzehntelang treu geblieben. Gerade die Mannigfaltigkeit seiner Werke haben mich stets für ihn eingenommen. Ich lese die Erzgebirgischen Dorfgeschichten, die Humoresken, die Orient-Geschichten, die Süd-/Nordamerika-Erzählungen, die Kolportageromane und das Spätwerk gleichermaßen gerne. Je nach Lust und Laune preferiere ich das eine oder andere Gebiet. Ganz besonders aber interessiert mich auch Karl May selbst, d.h. seine autobiographischen Erzeugnisse und die Biographien über ihn. Diese Vielseitigkeit ist interessant.

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